Sport : Baseballstar Rodriguez gesteht Doping, wird aber nicht bestraft

New York - Amerika ist geschockt, selbst der Präsident sprach von einer „deprimierenden“ Nachricht. Das Doping- Geständnis vom Superstar der New York Yankees, Madonnas Freund Alex Rodriguez, im Sportkabelsender ESPN hat landesweit für Aufregung gesorgt. „Das sind deprimierende Neuigkeiten und sie bringen zusätzlich Unruhe in das ohnehin schwierige Thema MLB“, sagte Barack Obama. Er unterbrach in Washington spontan seine Pressekonferenz, auf der er eigentlich über die Wirtschaftskrise und Afghanistan sprechen wollte. Stattdessen redete er über Doping in der Major League Baseball (MLB).

„Die Enthüllungen trüben eine ganze Baseball-Ära“, sagte Obama, der als großer Baseballfan gilt und bereits im Präsidentschaftswahlkampf schärfere Dopingkontrollen in der MLB gefordert hatte. Rodriguez hatte zugegeben, während seiner Zeit bei den Texas Rangers von 2001 bis 2003 verbotene Substanzen genommen zu haben. Die „Sports Illustrated“ hatte am Samstag berichtet, dass er positiv auf Testosteron und Primobolan getestet worden war. „Damals war alles anders. Ich war jung, dumm, naiv und ich wollte allen beweisen, dass ich das Geld wert war und einer der größten Spieler aller Zeiten bin“, erzählte der „A Rod“ genannte Rodriguez.

Der Besitzer der Texas Rangers reagierte entsetzt. „Ich fühle mich persönlich von Alex betrogen“, sagte Tom Hicks. Er hatte Rodriguez im Dezember 2000 mit einem Zehn-Jahres-Vertrag über 252 Millionen Dollar zum bestbezahlten Baseball-Spieler der Geschichte gemacht.

Seit Jahren hat die MLB wegen ihrer laschen Haltung im Kampf gegen leistungssteigernde Mittel das Image der Doping-Liga. Um den Gebrauch von Steroiden einzudämmen, wurden Spieler 2003 verstärkt untersucht. Ergebnis: 104 positive Tests. Die Resultate sollten jedoch keine Strafen nach sich ziehen und eigentlich nie an die Öffentlichkeit geraten. Rodriguez muss keine nachträglichen Sanktionen befürchten. Die Liga hat erst 2004 einen Strafen-Katalog für Doping-Vergehen eingeführt. Seine Mitspieler von den New York Yankees halten weiterhin zu Alex Rodriguez. „Wir werden ihm zeigen, dass wir trotzdem auf seiner Seite sind. Er ist schließlich immer noch einer von uns“, sagte Johnny Damon. dpa

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