Basel gegen Bayern : Xherdan Shaqirie: Eine Attraktion für die Bank

Basels Xherdan Shaqirie wechselt zu den Bayern, gegen die er am Mittwochabend in der Champions League spielt – und hat keine Position.

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Spektakel am Ball. Shaqiri (r.) verspricht der Bundesliga neue Tricks. Foto: dpa
Spektakel am Ball. Shaqiri (r.) verspricht der Bundesliga neue Tricks. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Alle mögen ihn, nur gibt es vielleicht keinen Platz für Xherdan Shaqiri. Es hat vergleichsweise wenig Aufsehen erregt, als der FC Bayern Anfang Februar bekannt gab, dass Shaqiri ab dem kommenden Sommer für die Münchner spielen wird. Kein kleiner Transfer: Mindestens zehn Millionen Euro Ablösesumme zahlen die Münchner für den 20 Jahre alten Schweizer. Der 1,69 Meter große Shaqiri ist mit seiner Wucht eine Attraktion für die Zuschauer, wenn er losdribbelt, ist er kaum aufzuhalten, sein Linksschuss ist auch aus 20 Meter Torentfernung hart und präzise. „Xherdan wird mit seiner Spielintelligenz und seinen Dribblings unsere Mannschaft in den kommenden Saisons verstärken“, sagt Bayern-Trainer Jupp Heynckes, „ich bin überzeugt, dass er für den FC Bayern ein wichtiger Spieler werden kann.“

Fragt sich nur, wo. Shaqiri, dessen Familie aus dem Kosovo vor dem Krieg flüchtete, als er ein Jahr alt war, hat bislang seinen Platz immer sicher gehabt. Die Lehre als Verkäufer bei einem Herrenausstatter gab er auf, als er mit 17 Jahren seinen ersten Profivertrag beim FC Basel unterschrieb. Schnell war Shaqiri, der von klein auf nichts anderes kennt, als der beste Spieler seiner Mannschaft zu sein, jedoch auch für größere europäische Klubs interessant, aktuell ist er Schweizer Fußballer des Jahres. „Mit mir bekommt die Bundesliga sicherlich einen Spieler, der die Tricks, das Spektakel, das Besondere liebt. Langweilig wird es mit mir so hoffentlich nicht“, sagte Shaqiri der „Sport-Bild“. Er denke, „dass ich ein Spieler bin, den die Zuschauer lieben. In Basel wurde ich schnell Liebling der Fans.“

Shaqiri vergleicht seine Spielweise mit der von Franck Ribéry. „Ich bin ein Ribéry-Typ. Ich bin robust und liebe das Überraschende: ein Solo, ein Torschuss, ein Pass, den keiner erwartet. Man kann uns beide gut vergleichen, auch wenn Ribéry natürlich eine größere Nummer ist.“

Wenn Ribéry fit ist, hat er seinen Platz sicher. Und auch wenn Arjen Robben zuletzt auf der Bank saß, gilt das für ihn im Prinzip ebenfalls. Robben wird seine Position auf der rechten Außenbahn nicht dauerhaft an Thomas Müller abgeben, der auf jeden Fall einspringt, wenn einer von den häufig verletzten Robben oder Ribéry fehlt. Auf den offensiven Außenpositionen ist also wenig Platz, und einen Nachfolger für die noch deutlich unter 30-Jährigen Robben und Ribéry brauchen die Münchner noch nicht. Und Shaqiris Lieblingsposition in der offensiven Zentrale ist wahlweise durch Müller oder Toni Kroos belegt.

„Er hört das nicht gerne, aber ich sage ihm immer: Auf dem rechten Flügel wirst du eine gute Karriere machen. Entscheidest du dich aber dafür, linker Verteidiger zu spielen, wird dir eine Weltkarriere gelingen“, sagt der ehemalige Bundesligastürmer und jetzige Teamkollege Shaqiris in Basel Alexander Frei. Links hinten spielt aber derzeit Philipp Lahm, nur rechts hinten haben die Bayern noch Bedarf an einem internationalen Topspieler.

Vielleicht werden die Münchner aber auch erst dann führend in Europa, wenn sie mehr Spektakelspieler auf die Bank setzen müssen.

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