Basketball : Alba aus der Spur

Einen guten Zeitpunkt für Niederlagen gibt es nicht im Profisport. Das wissen auch die Profis von Basketball-Bundesligist Alba Berlin. Dennoch kann Albas Geschäftsführer Marco Baldi der 58:65-Niederlage seines Teams am Mittwoch in Stuttgart gegen Ludwigsburg wenigstens einen minimal positiven Gedanken abgewinnen.

Lars Spannagel

Berlin - Einen guten Zeitpunkt für Niederlagen gibt es nicht im Profisport. Das wissen auch die Profis von Basketball-Bundesligist Alba Berlin. Dennoch kann Albas Geschäftsführer Marco Baldi der 58:65-Niederlage seines Teams am Mittwoch in Stuttgart gegen Ludwigsburg wenigstens einen minimal positiven Gedanken abgewinnen. „Vielleicht war das eine Erfahrung, die wir gebraucht haben“, sagt Baldi. Von einem nötigen Weckruf will er allerdings nicht sprechen, die Mannschaft habe auch vorher längst verinnerlicht, dass sie auch in der Bundesliga in jedem Spiel an ihre Grenzen gehen muss. „Aber wir hatten einen Tag, an dem wir unter unseren Möglichkeiten geblieben sind“, sagt Baldi. „Dann kann man in dieser ausgeglichenen Liga schnell ein Spiel verlieren.“ Insofern sei die Niederlage „keine Überraschung“.

Ungewöhnlich war allerdings schon, dass Alba gegen Ludwigsburg nicht nur wie zuletzt Probleme im Rebound hatte, sondern sich auch unsicher in der Offensive präsentierte. „Die Offensiv-Rebounds waren nur ein Grund von vielen für die Niederlage“, sagte Albas Trainer Luka Pavicevic. „Ludwigsburg wollte den Sieg mehr, das hat man gemerkt.“ In den vier Saisonspielen zuvor hatte Alba deutlich über 50 Prozent seiner Feldwürfe getroffen, in Ludwigsburg fielen nur rund 37 Prozent in den Korb. Gerade jenseits der Dreipunktelinie schwächelten die Berliner: Nur fünf von 26 Versuchen fanden ihr Ziel. Weder Casey Jacobsen (ein Treffer bei sieben Feldwürfen) noch Steffen Hamann (ein erfolgreicher Dreier bei acht Versuchen) oder Julius Jenkins konnten wie gewohnt Akzente setzen.

Zudem bekam Jenkins zu Beginn der zweiten Halbzeit einen Schlag aufs Knie und musste den Rest des Spiels von der Bank aus verfolgen. Ob Jenkins Alba länger fehlen wird, steht noch nicht fest. Am Donnerstagabend sollte er nach dem Rückflug aus Stuttgart eingehend untersucht werden. Langfristig baut Alba aber weiter auf die Dienste von Jenkins: Der Verein gab am Donnerstag bekannt, dass er den Vertrag mit dem zum „Wertvollsten Spieler“ der vergangenen Bundesliga-Saison gekürten US-Amerikaner vorzeitig um zwei weitere Jahre bis zum Ende der Saison 2010/2011 verlängert.

„Wir haben jetzt zwei Heimspiele – auf eines davon haben wir seit vier Jahren gewartet“, sagt Baldi. Am Sonntag empfängt Alba um 17 Uhr mit den Eisbären Bremerhaven den nächsten Gegner in der Bundesliga, vier Tage später starten die Berliner in eigener Halle gegen Lottomatica Rom in die Europaliga. „Es ist jetzt wichtig, dass wir am Sonntag die Niederlage aus den Köpfen rauskriegen und wieder in die richtige Spur finden“, sagt Baldi. „Gerade im Hinblick auf das Rom-Spiel.“ Lars Spannagel

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