Basketball : Alba demütigt Bremerhaven

Vier Tage nach der ersten Saisonniederlage in Ludwigsburg erobern Albas Basketballer mit einem 98:63 gegen Bremerhaven wieder die Tabellenführung - und das ohne den verletzten Leistungsträger Julius Jenkins.

Lars Spannagel

 Zwei Dinge hatten sich die Basketballer von Alba Berlin am Sonntag vorgenommen: Im Heimspiel gegen die Eisbären Bremerhaven wollten sie die erste Saisonniederlage vom vergangenen Mittwoch gegen Ludwigsburg vergessen machen und sich gleichzeitig für die Europaliga einwerfen. Beides gelang: Vor 11 845 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof gerieten die Berliner nie in Gefahr und gewannen souverän 98:63 (51:35). Da der bisherige Spitzenreiter Ulm am Samstag erstmals verlor (75:80 in Oldenburg), übernahm Alba auch wieder die alleinige Tabellenführung in der Basketball-Bundesliga.

Der Sieg geriet umso beeindruckender, da Albas Trainer Luka Pavicevic mit Julius Jenkins auf einen seiner wichtigsten Spieler verzichten musste. Nach seiner gegen Ludwigsburg erlittenen Knieverletzung wurde Jenkins noch geschont. Beim Auftakt in der Europaliga am Donnerstag gegen Lottomatica Rom dürfte ihn Alba dringender brauchen als gegen die überforderten Bremerhavener, die durch die Niederlage auf den vorletzten Tabellenplatz abrutschten.

Casey Jacobsen war mit 19 Punkten bester Werfer

In der ersten Fünf der Berliner wurde Jenkins von Casey Jacobsen vertreten. Der US-Amerikaner, der sich bislang noch nicht ganz mit seiner Reservistenrolle anfreunden konnte, vertrat Jenkins mehr als würdig: Allein im ersten Viertel traf Jacobsen drei Dreipunktewürfe und erzielte elf Punkte. Auch Ansu Sesay und Steffen Hamann waren von außen erfolgreich, Alba ging mit einer deutlichen 32:21-Führung in die Pause nach dem ersten Viertel.

Auch in der Folge behielt Alba die Kontrolle über das Spiel und konnte sich kontinuierlich absetzen. Schon bis zur Halbzeitpause punkteten alle neun eingesetzten Spieler, bei Bremerhaven hielten allein die Center Marcus Slaughter und Yemi Nicholson dagegen. Doch sie allein konnten gegen die wiedergefundene Treffsicherheit der Berliner nichts ausrichten: Am Ende des Spiels hatte Alba 57 Prozent der Würfe aus dem Feld getroffen. Egal welche Kombination Pavicevic aufs Feld schickte: Nie kam ein Bruch ins Spiel, nie ließ der Druck in der Defensive nach. Selbst das Reboundduell entschieden die Berliner mit 37 zu 24 deutlich für sich, woran Center Adam Chubb mit sechs Rebounds als bester Berliner maßgeblich beteiligt war. Philip Zwiener durfte als Kapitän Patrick Femerling und Jenkins vertreten, Casey Jacobsen war am Ende mit 19 Punkten bester Werfer in einem ausgeglichenen Berliner Team. „Die jungen Bremerhavener haben sich irgendwann aufgegeben“, stellte Pavicevic fest. „Wir haben unser Spiel über 40 Minuten auf hohem Niveau gehalten.“

Neuzugang Dragisa Drobnjak durfte erst kurz vor Schluss aufs Feld

Einzig auf einen mussten die Zuschauer lange warten: Der am Freitag für zwei Monate verpflichtete Dragisa Drobnjak kam erst drei Minuten und 27 Sekunden vor dem Ende beim Stand von 91:52 zusammen mit Oskar Faßler ins Spiel. Zu diesem Zeitpunkt hatte Alba mit einer 16:0-Serie den Gegner endgültig demoralisiert. Eine Minute und zwei Angriffe später erzielte Drobnjak seine ersten beiden Punkte für Alba. Sollten seine neuen Mitspieler am Donnerstag gegen Rom ähnlich stark auftreten wie am Sonntag, dürfte er es schwer haben, mehr Spielzeit zu bekommen.

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