Basketball : Alba feiert fünften Pokalsieg

Alba Berlin hat seine zwei Spielzeiten lange Auszeit ohne Titel beendet und ist zum fünften Mal deutscher Basketball-Pokalsieger. Der siebenfache Meister setzte sich am Sonntag gegen den GHP Bamberg durch.

Bamberg - Die Partie endete mit 85:73 (51:25). Vor 4.750 Zuschauern im ausverkauften Bamberger Forum boten die Berliner vor der Pause eine meisterschaftsreife Vorstellung. Durch eine starke kämpferische Leistung machten die Gastgeber ein verloren geglaubtes Spiel noch einmal spannend.

Der Bundesliga-Hauptrunden-Sieger aus Berlin, der schon 1997, 1999, 2002 und 2003 den Pokal holte, untermauerte eine Woche vor dem Beginn der Meister-Playoffs seine Favoritenstellung. Der dritte Platz beim Pokal-Endrundenturnier ging an die Gießen 46ers. Die Hessen bezwangen die Artland Dragons (Quakenbrück) mit 84:81 (54:37).

Gegen die nervösen Gastgeber begann der siebenmalige Meister aus Berlin in seinem sechsten Pokalfinale eindrucksvoll. Stark präsentierte er sich in der Defensive, treffsicher im Angriff, wo Demond Greene im ersten Viertel (27:16) vier Dreier unterbrachte. Noch schlimmer kam es für die Franken im zweiten Abschnitt, als Berlin angeführt vom mit 30 Punkten besten Werfer Jovo Stanojevic den Vorsprung bis zur Pause auf 51:25 ausbaute. Beim Team von GHP-Coach und Bundestrainer Dirk Bauermann lief dagegen nahezu alles schief.

Kämpferische Bamberger

Nach dem Seitenwechsel kämpften sich die Bamberger um Chris Ensminger und Robert Garrett (je 17 Zähler) zurück ins Spiel und holten Punkt um Punkt auf. Nach dem dritten Viertel waren die Gastgebern, die ihren Anhängern nun ein Wechselbad der Gefühle bescherten, auf 55:64 heran gekommen. Im spannenden letzten Viertel verkürzten die Bamberger bis auf sieben Punkte, doch Berlin rettete sich über die Zeit.

Wenngleich die Berliner gestärkt aus dem Prestigeduell hervorgehen, fürchtet Bauermann keinen Einfluss auf die Meisterschaft. «Das sind zwei verschiedene Wettbewerbe. Das hat überhaupt nichts miteinander zu tun. Da kann man keine Schlüsse draus ziehen», meinte er.

«Es ist immer schön, einen Titel zu gewinnen», sagte Berlins Manager Henning Harnisch. «Aber Pokal und Meisterschaft sind zwei verschiedene Geschichten.» Doch die Statistik spricht deutlich für Alba: Jedes Mal, wenn sich die Berliner den Pokal holten, wurden sie auch Meister.

Gießen besiegt Quakenbrück

Im Spiel um Platz rettete ein Dreier von Anton Gavel drei Sekunden vor der Schlusssirene den Sieg der Gießen 46ers und stoppte die eindrucksvolle Aufholjagd der Dragons. Trotz des 54:37-Vorsprungs zur Pause wurde es für den dreimaligen Cup-Sieger, der seinen besten Werfer in Chuck Eidson (27) hatte, noch einmal eng. Für den Gegner aus Quakenbrück traf Shawn Lampley (21) am häufigsten. Gießen hatte am Samstag im Halbfinale gegen Berlin mit 69:78 den Kürzeren gezogen, die Dragons waren gegen Bamberg beim 56:84 ausgeschieden.

Alba holte sich den Titel von RheinEnergie Köln, das im Achtelfinale gegen Oldenburg ausgeschieden war, zurück und machte im Europa-Ranking mit 37 Zählern Boden auf Bamberg (42) gut. Der Pokalsieg Platz berechtigt zur Teilnahme an der EuroLeague. Abschied nahm die Basketball-Bundesliga von wechselnden Endspielorten: Bis 2011 findet das Turnier in Hamburg statt. (Von Christian Kunz, dpa)

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