Basketball : Alba hat einen neuen Chefcoach

Viele Vereine in Südeuropa wollten ihn haben, Alba Berlin hat ihn bekommen: Der neue Trainer des Basketball-Bundesligisten heißt Luka Pavicevic. Der bisherige Coach Henrik Rödl wurde entmachtet.

Frank Thomas[dpa]

BerlinAlba Berlin hat sein einstiges Idol Henrik Rödl vom Trainerstuhl gestoßen und den Serben Luka Pavicevic als Chefcoach verpflichtet. Der Ex-Meister zog damit die Konsequenz aus der andauernden Erfolglosigkeit des Teams in der abgelaufenen Saison, als mit dem überraschenden Ausscheiden im Viertelfinale der Meisterschaft mit drei Niederlagen gegen die Artlands Quakenbrück sowie dem vorzeitigen Scheitern im DBB-Pokal und im Uleb-Cup sämtliche Ziele verpasst worden waren.

Der 178-malige Nationalspieler Rödl, der elf Jahre für Alba aktiv war und sieben Meistertitel, vier Pokalsiege sowie den Korac-Cup 1995 miterkämpfte, muss nun ebenso wie Assistenz-Trainer Calvin Oldham seinen Platz räumen. Seit der Verpflichtung als Coach im Januar 2005 hatte Rödl bei den stets hoch ambitionierten Berlinern mit dem Pokalsieg 2006 nur einen Titel aufzuweisen. "Wir werden uns in den kommenden Wochen mit ihm zusammensetzen, um für ihn einen geeigneten Platz bei Alba zu finden", erklärte Geschäftsführer Marco Baldi.

Dreijahresvertrag für Pavicevic

Mit dem 39-jährige Pavicevic, der vom griechischen Erstligisten Panionios Athen an die Spree wechselt, erhofft sich die Vereinsführung neuen Aufwind. Der Serbe, der auch von namhaften Vereinen aus Südeuropa umworben wurde, unterschrieb einen Dreijahresvertrag. "Wir sind überzeugt, dass Pavicevic unter den renommierten Kandidaten, die wir in Betracht gezogen haben, derjenige ist, der am besten zu Alba passt. Er hat in seiner Trainerkarriere immer das Optimum aus seinen Teams herausgeholt", meinte Baldi.

"Unser Abschneiden in dieser Saison war für alle sehr enttäuschend. Wir wollen das hohe Niveau, das wir bei Alba wirtschaftlich und organisatorisch geschaffen haben, auch sportlich leisten. Dafür brauchen wir jemanden, der systematisch vorgeht. Einen international erfahrenen Trainer, der die Alba-Philosophie verinnerlicht, aber gleichzeitig auch öffnet", erklärte Aufsichtsrats-Sprecher Axel Schweitzer. "Ich habe Pavicevic mit 16 Jahren kennen gelernt, als wir mit der Jugendnationalmannschaft gegeneinander spielten. Luka war ein ehrgeiziger Spieler, der alles gewonnen hat und immer auf allerhöchstem Niveau agierte. Schon auf dem Feld benahm er sich wie ein Coach", sagte Team-Manager Henning Harnisch.

Als Spieler drei Mal in Folge Europaliga-Sieger

Luka Pavicevic begann seine Spielerkarriere bei Buducnost Podgorica, ging 1985 für zwei Jahre an die Utah University (NCAA) und spielte in der jugoslawischen Jugend-Nationalmannschaft, mit der er Europa- und Weltmeister wurde. 1987 wechselte er als Spielmacher zu Jugoplastika Split, das zwischen 1988 bis 1991 die jugoslawische Meisterschaft und drei Mal hintereinander die Europaliga gewann - ein bis heute gültiger Rekord. Als Trainer wirkte er bisher bei OKK (2003/04) und Atlas Belgrad (2004/05). 2005 übernahm er das serbische Team Hemofarm Vrsac, ehe er nach Athen wechselte.

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