Basketball : Alba-Niederlage in letzter Minute

Mit einem unglaublichen Schlussspurt haben die Basketballer von RheinEnergie Köln ein verlorenes Spiel aus dem Feuer gerissen. Alba Berlin vergab den ersten Matchball auf dem Weg zur deutschen Meisterschaft.

Berlin - Nach dem 82:80 (25:44) am Sonntag bei Alba Berlin führt Köln in der Serie «best of five» mit 2:1 und kann mit einem Heimsieg am Dienstag den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte feiern. Mit dem vierten Auswärtssieg der Finalserie könnte Alba indes ein entscheidendes fünftes Spiel um den Titel am Donnerstag in Berlin erzwingen.

«Die Mannschaft weigert sich zu verlieren. Gegen alle Widerstände und sogar gegen den Besten der Liga. Wenn man uns den kleinen Finger gibt und wir noch ein bisschen zucken können, dann leben wir noch und stehen wieder auf. Ich ziehe den Hut vor dem Mut und dem Riesen-Herz der Mannschaft», schilderte Kölns Manager Stephan Baeck bildhaft die an Dramatik nicht zu überbietende Partie vor 10.050 Zuschauern in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle von Berlin.

Während die Kölner ihren Last-Minute-Sieg überschwänglich feiern konnten, verstanden die Berliner die Welt nicht mehr. «Das war eine große Kölner Leistung, die wir aber zugelassen haben. Diese Niederlage tut sehr weh. Nach so hoher Führung noch zu verlieren, das ist schockierend. Das schlimme letzte Viertel hat uns das Genick gebrochen», sagte Alba-Trainer Henrik Rödl. Seine Mannschaft hatte die Partie lange dominiert und 14 Minuten vor dem Ende noch mit 24 Punkten (58:34) in Führung gelegen. Beim 17:32 im Schluss-Viertel allerdings trafen fast nur noch die Gäste.

"Bittere Lehre"

«Das war eine bittere Lehre. Wir sind bestraft worden, weil der große Abstand zu Leichtfertigkeit verleitet hat. Am Schluss hatten wir dann auch noch Pech», erklärte fassungslos Alba-Präsident Dieter Hauert. Sekunden vor dem Schluss vergab Berlins sicherster Werfer, Mike Penberthy, beide Freiwürfe zur Entscheidung. Dafür traf mit der Schlusssirene aus großer Distanz der Kölner Immanuel McElroy, der zuvor zwei Dreierversuche weit daneben gesetzt hatte.

«Nach so hoher Führung noch zu verlieren, ist ungewöhnlich. Aber ich habe es immer befürchtet. Köln hat ja in der ersten Halbzeit gar nicht mitgespielt. Und als die aufgewacht sind, konnte Alba den Hebel vom Zaubern zum Kämpfen nicht wieder zurückstellen», meinte der vor der Saison zu Besiktas Istanbul gewechselte Berliner Nationalspieler Mithat Demirel. «Die Berliner hatten nach dem haushohen Vorsprung die Partie einfach zu früh abgehakt», sagte der ehemalige «Albatros» Jörg Lütcke.

«Mit hohen Rückständen können wir ja seit dem Halbfinale gegen Bamberg umgehen. Deshalb haben wir uns zur Halbzeit geschworen, dass wir uns nicht aufgeben. Das hat Alba nervös gemacht. Das war ein sehr wichtiger Sieg. Aber noch sind wir nicht durch und müssen am Dienstag an die zweite Halbzeit anknüpfen», fordert Kölns Trainer Sasa Obradovic. Das will sein Kollege und Freund Rödl unbedingt vermeiden: «Es ist gut, dass es am Dienstag gleich weiter geht. Da haben wir nicht so viel Zeit, über die schreckliche Schlussphase nachzudenken.» (tso/dpa)

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