Basketball : Alba scheitert in Europa

Alba Berlins Basketballer sind aus der Europaliga ausgeschieden. Der Deutsche Meister verlor nach einer anfangs desolaten Vorstellung 57:75 gegen den FC Barcelona - die Fans hatten trotzdem ihren Spaß.

Helen Ruwald
Alba
Chancenlos: Alba Berlin verliert gegen den FC Barcelona deutlich. -Foto: dpa

Berlin Spanische Spitzenteams waren bei Alba Berlin gern gesehene Gegner in dieser Saison – bis gestern Abend. Nach begeisternden Auftritten musste Alba gegen Spaniens Tabellenführer Tau Vitoria und den Dritten Real Madrid nur knappe Niederlagen einstecken, der Vierte Joventut Badalona wurde sogar geschlagen. Der gestrige Abend aber endete vor 10 096 Fans in der Arena am Ostbahnhof mit einer deutlichen Niederlage. Der Deutsche Meister wurde in der Europaliga-Zwischenrunde nach uninspiriertem Spiel beim 57:75 (19:40) lange Zeit <SB190,65,140>vom FC Barcelona vorgeführt.

Es war die vierte Niederlage im vierten Spiel, damit sind die Berliner als Letzter der Gruppe F erwartungsgemäß ausgeschieden. In den Spielen gegen Maccabi Tel Aviv und bei Real Madrid geht es um nichts mehr. Zunächst müssen die Berliner aber die Pleite aus den Köpfen kriegen: Schon morgen treten sie im Halbfinale der Pokal-Endrunde in Hamburg gegen die Frankfurt Skyliners an.

Im ersten Viertel schaffte Alba nur zehn Punkte

Das Hinspiel in Barcelona hatten Albas Profis 69:85 verloren, aber zur Halbzeit sogar geführt und lange mitgehalten. Gestern aber dominierte Barcelona von Beginn an. Erst nach rund fünf Minuten gelangen Casey Jacobsen, der zusammen mit Barcas Star Juan Carlos Navarro (Topscorer mit 18 Punkten) vergangene Saison noch beim NBA-Team der Memphis Grizzlies spielte, die ersten Punkte aus dem Feld für die Gastgeber. Im ersten Viertel brachte Alba nur zehn Punkte zustande (davon vier Freiwürfe), kam bei Zweipunktwürfen auf eine Quote von schwachen 12 Prozent und war im Reboundduell mit 4:11 hoffnungslos unterlegen. Immer wieder standen der Puertoricaner Daniel Santiago (2,16 Meter), der Australier David Andersen (2,12 Meter) oder der Spanier Fran Vazquez (2,09) Meter im Weg. Die Gäste spielten routiniert und nahmen Albas Statisten mit ihrer individuellen Klasse und Treffsicherheit zunächst jegliches Selbstbewusstsein.

Beim Stand von 14:34 wurde auf der Videowand der „Top-16-Fanschal“ mit den Logos aller Teams angepriesen – ein Hinweis, dass das Dabeisein im Kreis der Großen schon etwas Besonderes war. Mehr als dabei aber war Alba gestern tatsächlich nicht, im zweiten Viertel machte das Team von Trainer Luka Pavicevic nur neun Punkte. Positiv war zu diesem Zeitpunkt nur ein heftig beklatschter Dunk von Aleksandar Nadjfeji sowie die 100-prozentige Freiwurfquote von Ansu Sesay und Immanuel McElroy, der mit elf Punkten Albas bester Werfer war.

Die Fans riefen: "Jetzt gehts los!" Da war es schon zu spät

Nach der Pause hatten die Zuschauer, die trotz der hoffnungslosen Situation begeistert blieben, dann noch etwas mehr Spaß: Blagota Sekulic, der von Aris Saloniki gekommene Center, kam zum ersten Einsatz. Er setzte sich schnell gegen drei Spanier durch und punktete – zum 28:46. Der schwache Julius Jenkins hingegen blieb ohne einen Punkt. Gleiches galt für die deutschen Nationalspieler Johannes Herber und Philip Zwiener – sie aber kamen erneut überhaupt nicht zum Einsatz.
Der Abend endete halbwegs versöhnlich, nämlich mit sieben Punkten in Folge von Steffen Hamann, darunter ein Dreier und ein Dunk. Die Fans riefen: „Jetzt geht’s los!“ Doch dazu war es zu spät, beim Stand von 54:73 eine Minute vor Schluss.

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