Basketball : Alba schlägt Ludwigsburg im Pokal 70:59

Mit einem glanzlosen Sieg zieht Alba ins Pokal-Viertelfinale ein. Der Unterrang der Arena am Ostbahnhof war nur halb gefüllt, der Oberrang abgehängt: Die Konkurrenz durch das Fußball-Länderspiel war zu groß.

Helen Ruwald

Der größte Gegner war nicht in der Halle, sondern im Olympiastadion. Das Fußball-Länderspiel der DFB-Elf gegen England lockte die Berliner weit mehr als ein Pokal-Achtelfinale im Basketball. Der Oberrang der Arena am Ostbahnhof war gestern Abend erstmals abgehängt, im Unterrang verloren sich eine halbe Stunde vor Spielbeginn erst wenige Fans. 5173 Zuschauer wollten den am Ende souveränen, aber ziemlich glanzlosen 70:59 (38:29)-Sieg von Alba Berlin gegen die EnBW Ludwigsburg sehen, rund 9500 hätten im Unterrang Platz gehabt.

Der Bundesliga-Achte hat Alba vor fünf Wochen die bislang einzige Niederlage beigebracht und stand im Pokal in der Vorsaison bis ins Finale – Alba dagegen scheiterte im Halbfinale. Gestern war das Spiel allerdings nur streckenweise offen. 13:10 ging Ludwigsburg in Führung, ehe Alba eine 8:0-Serie gelang. Sechs Punkte davon steuerte Aleksandar Nadjfeji bei, dem in dieser Phase agilsten Berliner Profi. Seine Teamkollegen spielten noch sehr verhalten, die wenig anheimelnde Atmosphäre, die durch die spärlich gefüllten Ränge entstand, übertrug sich auf das Feld.

Im zweiten Viertel glich Ludwigsburg sogar zum 21:21 aus, ehe Alba seine individuelle Klasse ausspielte. Vor allem Adam Chubb und Rashad Wright ließen den Vorsprung wachsen. Doch die Berliner schienen sich ihres Sieges zu sicher zu sein und verschliefen den Start in die zweite Hälfte. Mit neun Punkten in Folge schaffte Ludwigsburg das 38:38, das Pokalspiel versprach wieder spannend zu werden – aber nur kurze Zeit.

Patrick Femerling, der am Wochenende nach fast zweimonatiger Verletzungspause sein Comeback gegeben hatte, konnte in dem immer wieder durch Freiwürfe unterbrochenen dritten Viertel (13:15) erwartungsgemäß noch keine Akzente setzen. Er vergab insgesamt drei Freiwürfe – war damit aber nicht alleine. Albas Freiwurfquote betrug gerade einmal 59 Prozent. Dafür versenkte Casey Jacobsen drei Dreier, im Schlussviertel trafen auch McElroy und Ansu Sesay aus der Distanz und sorgten für etwas Unterhaltungswert. Beste Werfer waren McElroy (14 Punkte, 11 Rebounds), Nadjfeji (13) und Jacobsen (13). Am Ende gab es sogar Standing Ovations, acht Sekunden lang, ehe sich die Halle sehr schnell leerte.

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