Basketball : Alba tut sich gegen Bamberg weh

Ausgerechnet gegen den Rivalen Bamberg gab es die erste Heimniederlage am Ostbahnhof - beim 62:72 lagen die Berliner nur ein einziges Mal kurz in Führung.

Lars Spannagel

Bis gestern hatte noch jede deutsche Mannschaft die Arena am Ostbahnhof mehr oder weniger fluchtartig als Verlierer verlassen. Am Samstagabend allerdings wollten Spieler und Fans der Baskets aus Bamberg gar nicht mehr weg aus Alba Berlins Heimhalle. Kein Wunder: Sie hatten ja einen 72:62 (36:34)-Sieg und die erste Bundesliga-Heimniederlage der Berliner zu feiern. Während die meisten der 11 207 Zuschauer ins Freie strömten, harrten die Anhänger der Franken noch lange aus und skandierten „Auswärtssieg, Auswärtssieg“.

Die 1000 in rot gekleideten Fans im Gästeblock wurden schon zu Beginn des Spiels dafür belohnt, dass sie ihre Trommeln nach Berlin geschleppt hatten. Alba verlor in den ersten beiden Angriffen den Ball, Bamberg startete mit Selbstvertrauen – und ehe sich die Berliner versahen, lagen sie schon 0:10 zurück. Steffen Hamann verwarf gegen seinen Heimatverein zwei Freiwürfe, ehe Adam Chubb nach knapp drei Minuten die ersten Punkte für die Gastgeber erzielen konnte. Doch Elton Brown setzte sich für die Bamberger im Gegenzug kraftvoll am Korb durch und präsentierte danach den Gästefans stolz und demonstrativ seine mächtigen Oberarme.

In der Offensive fand Alba nie ins Spiel

Schon im Hinspiel hatten die Bamberger Alba mehr als große Mühe bereitet: Das 59:71 bedeutete die bislang höchste Niederlage der Bundesligasaison. Damals waren die Berliner allerdings abgekämpft vom Europaligaspiel in Ljubljana 40 Stunden zuvor angetreten. Und damals konnte Trainer Luka Pavicevic auch nicht auf Blagota Sekulic zurückgreifen. Diesmal schon. Nachdem die Berliner gestern Ende des ersten Viertels besser ins Spiel gefunden hatten und sich Punkt für Punkt herankämpften, spielte Sekulic im zweiten Abschnitt stark auf. Immer wieder zeigte er seinem Gegenspieler Elton Brown mit geschmeidigen Bewegungen und gefühlvollen Hakenwürfen, dass dicke Arme im Basketball nicht alles sind. Bis zur Pause erzielte Sekulic zehn Punkte (am Ende war er mit 19 Zählern bester Alba-Werfer), doch Bamberg blieb auch bis zur 36:34-Pausenführung in Front. „Wir haben hart gearbeitet, konnten aber nie zu unserem Spiel und zu unserem Rhythmus in der Offensive finden“, sagte Albas Trainer Luka Pavicevic.

Daran änderte sich auch nach der Pause nichts. Im Gegenteil: Bamberg setzte sich schnell mit 49:37 ab. Alba gelang im Angriff nun gar nichts mehr, erst ein Schlussspurt brachte die Berliner vor dem letzten Viertel auf 47:54 heran. Dort brachten die Berliner Spieler die Bamberger Fans zumindest für ein paar Minuten zum Schweigen – und die eigenen Anhänger zum Jubeln. Mit einer 11:0-Serie stürmte Alba zurück ins Spiel, als Dragan Dojcin per Freiwurf rund fünf Minuten vor Spielende beim 58:57 die erste Führung der Hausherren erzielte, feierten die Berliner Fans – sie konnten ja nicht wissen, dass es die einzige des Spiels bleiben sollte.

Denn in der Folge verlor Alba einige Male unnötig den Ball, was Bamberg dazu nutzte, sich wieder abzusetzen. „Wir hatten einige unglückliche Aktionen und sind von Bamberg dafür bestraft worden“, stellte Pavicevic fest. Hinzu kam, dass die Berliner besonders auf den großen Positionen Foulproblemen bekamen und Pavicevic immer wieder mit Aus- und Einwechslungen reagieren musste. Als Casey Jacobsen beim Stand von 60:68 eine Minute vor Schluss zweimal von der Freiwurflinie verwarf, war Albas Nimbus der Unbesiegbarkeit in der neuen Heimat endgültig Geschichte. Einen besonders bitteren Beigeschmack wollte zumindest Albas Trainer dem Resultat aber nicht beimessen. „Für mich als Trainer sind alle Niederlagen gleich schmerzhaft“, sagte Luka Pavicevic. Die Berliner Fans werden das angesichts der feiernden Anhänger des Erzrivalen anders gesehen haben.

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