Basketball : Alba verliert gegen Köln

Im vierten Finale hat sich der Außenseiter Rheinenergie Köln gegen den hohen Favoriten Alba Berlin durchgesetzt. Damit sind die Kölner zum ersten Mal deutscher Meister.

Köln - Die Rheinländer setzten sich am Dienstagabend vor heimischer Kulisse gegen die Berliner mit 85:74 (45:32) durch und feierten damit schon im vierten Spiel der "Best-of-Five"-Serie den entscheidenden dritten Sieg. Für den Club, der erst seit 2001 in der Bundesliga spielt und 2002 im Finale noch am siebenfachen Meister aus Berlin gescheitert war, war im mit 3200 Zuschauern ausverkauften EnergyDome Glen McGowan (17) der beste Werfer. Für Pokalsieger Berlin traf Sharrod Ford (25) am häufigsten.

Einen wichtigen Schritt in Richtung Titelgewinn tat die Mannschaft von Trainer-Neuling Sasa Obradovic bereits am vergangenen Sonntag im dritten Spiel, als die Gäste trotz eines zwischenzeitlichen 24- Punkte-Rückstandes noch als Sieger die Berliner Halle verließ. An die furiose Aufholjagd im Schlussviertel knüpfte Köln am Dienstag nahtlos an. Von Beginn an setzte RheinEnergie die Gäste unter Druck. Zur Halbzeit lagen die Hausherren mit 13 Zählern in Führung.

Die Berlin dagegen präsentierten sich oft nervös, unkonzentriert und vor allem schwach im Abschluss. Der Druck, unbedingt gewinnen zu müssen, war für die Mannschaft von ALBA-Coach Henrik Rödl anscheinend zu groß. Gegen die schnellen Angriffe der Gastgeber fand der Pokalsieger aus der Hauptstadt in den ersten beiden Viertel kaum ein probates Mittel und hatten bei Rebounds häufig das Nachsehen.

Auch nach dem Wechsel dominierten die Kölner. Mit dem Mute der Verzweiflung kämpfte das Rödl-Team, doch die Hausherren hatten stets die passende Antwort parat. Elf Punkte betrug die Kölner Führung vor dem Schlussviertel. Als das junge Kölner Team schon in Feierlaune war, kamen die Berliner noch einmal auf fünf Punkte heran. Beim 73:71 zweieinhalb Minuten vor Schluss durften sie noch einmal hoffen, doch die Kölner warfen sich ihrer Nervenstärke an der Freiwurflinie zum Titel.

2001 noch mit einer Wild-Card in die Bundesliga gestartet etablierte sich der aus den Cologne 99ers und dem TV SER Rhöndorf fusionierten Club RheinEnergie Köln sehr schnell unter den deutschen Top-Mannschaften. Der Vizemeisterschaft 2002 folgten 2004 und 2005 die Pokalsiege und nun der Gewinn der ersten Meisterschaft. Das Team knüpfte damit an frühere Basketball-Erfolge an. Letztmals hatten Kölner Korbjäger 1988 den Titel gewonnen, damals war der heutige Rhein-Energie-Manager Stephan Baeck Spieler bei Saturn. (Von Kaspar Kamp, dpa)

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