Basketball : Bonn schlägt zurück

Nichts zu holen gab es am Mittwochabend für Alba Berlin: Vor 6000 Zuschauern verloren die Albatrosse gegen die Telekom Baskets Bonn 71:81. Jetzt steht es in der Finalserie 1:1, der Kampf um den Meistertitel geht am Sonntag in die nächste Runde.

Maike Westphal
Burrell
Ronald Burrell war mit 21 Punkten bester Bonner. -Foto: dpa

BonnDie Hardtberghalle in Bonn war für Alba Berlin in den vergangenen Jahren selten eine Reise wert. Von den letzten acht Auswärtsspielen kehrten die Berliner nur einmal mit einem Sieg zurück, auch im Hinspiel der laufenden Saison gab es beim 76:86 gegen die Telekom Baskets in Bonn nichts zu holen. Doch die Hardtberghalle ist Geschichte – gestern traten beide Teams erstmals im neu gebauten Telekom Dome gegeneinander an. Beim zweiten Finalspiel um die deutsche Basketball-Meisterschaft feierten die Bonner die Eröffnung ihrer neuen Spielhalle. Aus Sicht der Rheinländer wurde es eine gelungene Premiere: Vor rund 6000 Zuschauern bezwangen die Baskets den siebenmaligen Meister Alba Berlin 81:71 und schafften damit nach der Niederlage im Auftaktspiel den Ausgleich in der Serie „Best of Five“. Die Berliner empfangen Bonn, das nun vor Selbstbewusstsein strotzen wird, zu Spiel Nummer drei am Sonntag um 15 Uhr in der Max-Schmeling-Halle.

Bester Werfer bei den Bonnern war Ronald Burrell mit 21 Punkten, bei den Berlinern kam Bobby Brown ebenfalls auf 21 Zähler. Der Amerikaner zog sich während der Partie jedoch eine Knieverletzung zu. Ob der 23-Jährige in Spiel drei wieder mitwirken kann, ist noch unklar.

Die Bonner erwischten in ihrer neuen Heimat einen Traumstart. Aufbauspieler Winsome Frazier gelangen die ersten beiden Punkte, auch in der Folgezeit blieben die Rheinländer Herr im eigenen Haus. Angeführt vom starken Ronald Burrell, dem seine Schulterverletzung aus dem Halbfinale gegen die Frankfurt Skyliners nicht mehr anzumerken war und dem 17 seiner insgesamt 21 Punkte vor der Pause gelangen, zogen die Gastgeber bis zum Ende des ersten Viertels auf elf Punkte (24:13) davon.

Im zweiten Abschnitt fanden sich die Berliner zwar etwas besser zurecht, näher als drei Punkte kamen sie aber nicht heran. Daran konnte auch die Treffsicherheit von Spielmacher Brown aus der Entfernung (allein fünf Dreier im ersten Durchgang) nichts ändern. Bis zur Pause betrug der Vorsprung der Bonner wieder acht Punkte (45:37). „Wir haben einfach unseren Rhythmus nicht gefunden. Das hat mit der neuen Halle nichts zu tun“, kritisierte Alba-Sportdirektor Henning Harnisch die Leistung seines Teams in der ersten Halbzeit.

Doch auch im zweiten Durchgang verschlief der Tabellenerste der regulären Saison, der die erste Begegnung 78:69 für sich entschieden hatte, den Start. Das Bonner Publikum peitschte sein Team weiter nach vorne. Besonders hoch stieg der Lärmpegel, wenn Immanuel McElroy am Ball war. Der Berliner, der mitten in der Saison von den Köln 99ers zu Alba wechselte, wurde während des gesamten Spiels bei jeder Aktion ausgepfiffen. Im ersten Spiel in der Max-Schmeling-Halle hatte der US-Amerikaner seinem Gegenspieler Artur Kolodziejski einen Faustschlag auf die Schulter versetzt. Die Schiedsrichter ahndeten die Aktion jedoch nur als normales und nicht als disqualifizierendes Foul.

Auch weil die Bonner nun in der Defensive deutlich aggressiver spielten, gelangen Alba im dritten Abschnitt lediglich elf Punkte. Die Bonner profitierten zudem von den zahlreichen unnötigen Ballverlusten der Berliner, die sich bis zum Beginn der letzten zehn Minuten bereits 17 Turnovers geleistet hatten. Mit einem 13-Punkte-Vorsprung gingen die Bonner in den Schlussabschnitt, in dem sie angetrieben von ihren fanatischen Anhängern nichts mehr anbrennen ließen.

Zwar kam Alba dank Julius Jenkins noch einmal auf acht Punkte heran, doch die erste Berliner Auswärtsniederlage in der diesjährigen K.o.-Runde konnte auch der wertvollste Spieler der Hauptrunde nicht mehr abwenden.

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