Basketball : Boston steht kurz vor NBA-Titel

Superstar Kobe Bryant stand die Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben, sein Herausforderer Paul Pierce hüpfte vor Freude wie ein kleines Kind über das Parkett. Nach dem "historischen Sieg" von Los Angeles stehen die Boston Celtics dicht vor ihrem 17. Titelgewinn in der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA.

Eric Dobias[dpa]
Paul Pierce Foto: AFP
Bostons Paul Pierce (links) kann sich freuen. -Foto: AFP

Los Angeles/FrankfurtDank einer in der NBA-Geschichte bislang einmaligen Aufholjagd gewann der Vorrundenprimus am Donnerstag (Ortszeit) das vierte Finalspiel bei den Lakers mit 97:91 und benötigt in der Serie "Best of Seven" nur noch einen Sieg zur Meisterschaft. "Das war ein großartiger Sieg, der in die Geschichtsbücher eingehen wird und von dem du später deinen Kindern erzählen wirst", sagte Celtics-Star Pierce.

Noch nie in der Historie der NBA-Finals, die seit 1971 im Detail erfasst werden, lag eine Mannschaft nach dem ersten Viertel mit 21 Zählern im Rückstand (14:35). Noch nie holte ein Team einen Rückstand von 24 Punkten (21:45/18. Minute) auf. "Wir haben das Unglaubliche geschafft", jubelte der in Los Angeles aufgewachsene Pierce, der mit 20 Punkten bester Werfer seines Teams war. Ray Allen steuerte 19 Punkte zum Erfolg bei, James Posey (18), Kevin Garnett (16) und Eddie House (11) trafen ebenfalls zweistellig.

Geschockte Hausherren

Dabei sahen die Gäste selbst im dritten Viertel beim 50:70 (30.) noch wie der chancenlose Verlierer aus. Doch mit einem 21:3-Lauf kämpfte sich Boston bis zum Ende der dritten Periode auf 71:73 heran und drehte die Partie im Schlussviertel. "Keiner hat mehr an uns geglaubt. Es lief nichts. Doch wir haben nicht aufgegeben und wurden schließlich belohnt", jubelte Celtics-Coach Doc Rivers.

Vier Minuten vor dem Ende gingen die Gäste erstmals in Führung und brachten diese gegen die geschockt wirkenden Hausherren souverän ins Ziel. "Das Spiel wurde auf den Kopf gestellt, bei uns war die Luft raus", befand Lakers-Coach Phil Jackson. Bester Werfer für das Team aus Kalifornien war Lamar Odom (19). "Kein Zweifel, das war eine schwere Niederlage", sagte der enttäuschende Bryant, der wie der Spanier Paul Gasol auf 17 Punkte kam.

Nun sind die Lakers am Zug: Noch nie in der NBA-Historie hat eine Mannschaft in der Finalserie einen 1:3-Rückstand aufholen können. Dennoch haben die Lakers die Hoffnung auf ein grandioses Comeback nicht aufgegeben. "Meine Mannschaft ist enttäuscht, aber sie wird zurückkommen. Es ist noch nicht vorbei", meinte Jackson mit Blick auf das fünfte Spiel am Sonntag erneut in Los Angeles. Pierce hat allerdings ganz andere Pläne: "Für mich würde ein Traum in Erfüllung gehen, wenn wir am Sonntag gewinnen und ich ausgerechnet hier die Meisterschaft feiern könnte."

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