Basketball-Bundesliga : 83:73 gegen Bayreuth - Alba mit neuem Vereinsrekord

Nach ihrem chaotischen Ausflug in die Ukraine waren den Spielern von Alba Berlin die Strapazen am Samstagabend noch anzumerken. Trotzdem setzte sich die Mannschaft von Trainer Sasa Obradovic im Bundesliga-Spiel gegen Bayreuth durch. Der 83:73-Erfolg war zugleich der 15. Sieg in Serie.

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Passen oder schießen? Albas Power Forward Jan Jagla kann sich in dieser Szene offenbar nicht entscheiden. Mit 14 Punkten war Jagla gegen Bayreuth zweitbester Werfer der Berliner.
Passen oder schießen? Albas Power Forward Jan Jagla kann sich in dieser Szene offenbar nicht entscheiden. Mit 14 Punkten war Jagla...Foto: imago

Wer Rekorde aufstellen will, muss jeden Sieg mitnehmen – egal wie hässlich, chaotisch oder verkrampft. Und so war es am Samstagabend auch allen Beteiligten egal, wie Albas 83:73 (41:45)-Erfolg gegen Bayreuth zustande gekommen war. Die Berliner Basketballer hüpften nach der Schlusssirene mit ihren Anhängern vor dem Fanblock auf und ab und feierten den 15. Sieg in Serie, mit dem die Mannschaft von Sasa Obradovic den alten Vereinsrekord aus der Saison 1998/1999 gebrochen hat. „Wir haben die letzten beiden Spiele mit unserer Einstellung gewonnen, mit unserem Charakter“, sagte Obradovic, der dem Rekord keine Bedeutung beimessen wollte. „Mich interessiert das nicht, für mich zählen nur Titel.“

Dass die 9883 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof kein hochklassiges oder gar schönes Spiel zu sehen bekamen, hatte mehrere Gründe. Da war zum einen die deutlich erkennbare Müdigkeit der Gastgeber, die erst am Freitagmittag von ihrer unfreiwilligen 72-stündigen Tour de Ukraine zurückgekehrt waren. Die Bayreuther wollten sich diese Tatsache zunutze machen und attackierten die Berliner von Beginn an mit vollem Körpereinsatz. Die Schiedsrichter schienen von dieser Konstellation bisweilen überfordert und trugen mit vielen strittigen Entscheidungen zur Hektik auf dem Feld bei.

Alba arbeitete viel und traf wenig, der Tabellen-16. Bayreuth lag zur Halbzeitpause vorn und ließ sich nicht abschütteln. Die zunehmenden Erschöpfungssyndrome schienen die Berliner in eine Art Basketball-Trance zu versetzen, die Augen im Tunnelblick nur auf den Sieg gerichtet. „Körperlich waren wir nicht voll da“, sagte Obradovic, „diese Woche hat uns sehr weh getan.“ Topscorer David Logan (19 Punkte), Jan Jagla (14) und der von allen Strapazen als einziger scheinbar unbeeindruckte Clifford Hammonds (11) trafen wichtige Dreier, kurz vor Schluss war der hartnäckige Widerstand der Bayreuther gebrochen. Lars Spannagel

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