Basketball-Bundesliga : Alba Berlin gewinnt 91:60 gegen Bayreuth

Keine Lethargie, sondern die volle Ladung Emotionen: Alba-Trainer Sasa Obradovic brüllte seine Spieler zum klaren Heimsieg.

Marvin Clignon

Obwohl sich schon früh ein Sieg abzeichnete, stand Sasa Obradovic gestikulierend an der Seitenlinie. Anders als bei der Europapokal-Niederlage in Belgrad unter der Woche, bei der der Coach von Alba Berlin die Leistung seines Teams auffällig lethargisch hinnahm, entluden sich bei dem klaren 91:60 (45:27)-Heimsieg über Bayreuth all seine Emotionen. In der ersten Hälfte brüllte Obradovic seine Spieler nieder, im dritten Spielabschnitt legte er sich wort- und gestenreich mit dem gegnerischen Trainer Michael Koch und im Anschluss mit den Schiedsrichtern an, woraufhin der Serbe der Halle verwiesen wurde. Von der aufgeheizten Atmosphäre profitierte jedoch vor allem der Spitzenreiter der Basketball-Bundesliga, der im Anschluss die Führung konsequent ausbaute.

Obwohl den 10 291 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof rundum eine unterhaltsame Partie geboten wurde, brandete vor allem vor Spielbeginn viel Applaus auf. Die Fans verabschiedeten sich von Vojdan Stojanovski, der zukünftig für BC Andorra spielen wird. Auch bei seinem letzten Moment im Rampenlicht blieb der Mazedonier vor allem eines: schüchtern – und verschwand vermutlich auch deswegen zügig hinter einer Werbebande neben der Alba-Bank.

Der Hauptgrund für den Abgang des Flügelspielers saß nicht weit von Stojanovski entfernt. Der wiedergenesene Jonathan Tabu musste nach seinem überraschenden Comeback in Belgrad erst einmal wieder aussetzen. Durch seine Rückkehr hatten Alba plötzlich acht einsatzfähige Spieler ohne deutschen Pass zur Verfügung gestanden. Vor allem für die Teamchemie eine gefährliche Situation, weil in der Bundesliga jedes Mal zwei Spieler hätten aussetzen müssen. Der Verein entschied sich dafür, den auslaufenden Vertrag von Aufbauspieler Alex Renfroe zu verlängern, Stojanovski durfte gehen.

Renfroe zeigte sich nach dem Spiel erleichtert über seine berufliche Zukunft: „Ich bin froh, hier bleiben zu können, um weiter mit der Mannschaft unsere Ziele erreichen zu können.“ Das Gesamtpaket in Berlin sei für ihn entscheidend gewesen. Dazu dürfte wohl auch sein emotionaler Trainer gehören.

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