Basketball-Bundesliga : Alba Berlin mit Pflichtsieg gegen Bremerhaven

Alba Berlin gewinnt nach schwacher erster Halbzeit am Ende souverän gegen die Eisbären Bremerhaven und geht am Sonntag ins Endspiel um Platz eins gegen Bamberg. Im Mittelpunkt stand am Donnerstagabend jedoch ein Gast.

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Auf Alex Renfroe (Archivbild) war gegen Bremerhaven mal wieder Verlass.
Auf Alex Renfroe (Archivbild) war gegen Bremerhaven mal wieder Verlass.Foto: dpa

Der emotionalste Moment dieses Basketball-Abends trug sich schon vor dem Spiel zu, als der langjährige Alba-Kapitän Sven Schultze unter langen „Schuuultze, Schuuultze“-Sprechchören und einer Choreographie im Alba-Fanblock in den Basketballer-Ruhestand verabschiedet wurde. Im Anschluss rangen die wenig sentimentalen Berliner Schultzes Eisbären Bremerhaven nach einer unkonzentrierten Anfangsphase nieder und gewannen am Ende ungefährdet mit 87:74 (40:41). Vor allem Spielmacher Alex Renfroe präsentierte sich vor 10120 Zuschauern in Play-off-Form und war mit 20 Punkten bester Berliner Werfer.

Umgekehrt war den Gästen aus Bremerhaven in der zweiten Hälfte anzumerken, dass unter der eher missglückten Saison schon ein dicker Haken steht: Auch wenn die US-Amerikaner des Viertletzten in der Offensive immer wieder schöne Aktionen starteten, verteidigten die Norddeutschen am Ende eben so wie es Mannschaften tun, für die es nur noch um die sprichwörtliche goldene Ananas geht. „Die haben wild gezockt. Das hat in der ersten Hälfte ganz gut geklappt, aber dann hatten wir sie im Griff“, analysierte Nationalspieler Akeem Vargas.

Bamberg gewann am Donnerstag ebenfalls - 99:64 gegen Bayreuth

Auf der anderen Seite schien Trainer Sasa Obradovic seiner Mannschaft nach dem laxen Beginn (12:20) die nötige Ernsthaftigkeit spätestens in der Halbzeitpause eingetrichtert zu haben: Für Berlin geht es immerhin noch um den ersten Platz in der regulären Saison, der das Heimrecht in den Play-offs und auch einem möglichen Finale um die deutsche Meisterschaft bedeuten würde.

Der Sieg der Berliner war notwendig, denn andernfalls hätten sie den Konkurrenten aus Bamberg, der sein Spiel gegen Bayreuth deutlich mit 99:64 gewann, wegen des direkten Vergleichs mit 30 Punkten schlagen müssen. So reicht jedoch auch ein knapper Sieg beim Showdown am Sonntag (17 Uhr). „Bamberg ist ein ganz anderes Kaliber als Bremerhaven. Sie spielen sehr strukturiert“, sagte Vargas, „Da werden wir uns steigern müssen“.

Sven Schultze blieb in seinem letzten Profi-Spiel ein Korberfolg verwehrt und er musste sich mit einem goldenen Bären begnügen, der ihm vor dem Spiel überreicht wurde. „Ich hatte gerade Wasser in den Augen“, gestand Vargas, „So eine Persönlichkeit, so viele Titel. Da geht ein ganz Großer des deutschen Basketballs.“ Für die aktuelle Alba-Generation geht es in den kommenden Wochen darum, die erste Meisterschaft seit 2008 einzufahren.

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