Basketball-Bundesliga : Alba Berlin verliert 83:89 beim FC Bayern München

Die Basketballer des FC Bayern München erzwingen im Play-off-Halbfinale das entscheidende fünfte Spiel, Alba geht beim 83:89 am Ende die Kraft aus.

Vielflieger. Albas Basketballer müssen weiter um den Einzug ins Finale kämpfen, hier segelt Bayerns Bryce Taylor am Berliner Jonas Wohlfarth-Bottermann vorbei.
Vielflieger. Albas Basketballer müssen weiter um den Einzug ins Finale kämpfen, hier segelt Bayerns Bryce Taylor am Berliner Jonas...Foto: dpa

Schon der erste Ballbesitz des FC Bayern setzte den Grundton des Abends. Alba Berlins Cliff Hammonds umkurvte Bayern-Center John Bryant – und wurde von der Schulter des 2,11-Meter-Manns zu Boden gestreckt. Hammonds brauchte eine Weile, um sich wieder aufzurappeln, währenddessen traf Bryant in aller Seelenruhe einen Dreier für die Gastgeber. Spätestens nach dieser Aktion war klar: Dieses Basketballspiel würde allen Beteiligten alles abverlangen und auch ziemlich weh tun.

Die Münchner dürften ihre Schmerzen und Schrammen am Ende eines packenden Dienstagabends deutlich weniger gespürt haben als die Berliner. Der Deutsche Meister setzte sich im vierten Spiel der Halbfinalserie gegen Alba mit 89:83 (45:43) durch. Somit muss die „Best of five“-Serie am Donnerstagabend in der Berliner Arena am Ostbahnhof entschieden werden, der Sieger des fünften Spiels darf sich dann ab Sonntag mit den bereits für die Finalserie qualifizierten Baskets Bamberg im Kampf um die deutsche Meisterschaft messen. Die Bamberger können sich freuen: Wer auch immer ihr Gegner sein wird, er dürfte äußerst abgekämpft ins Saisonfinale gehen. „In der ersten Halbzeit hatten wir einen guten Rhythmus“, sagte Albas Kapitän Alex King. „Am Schluss haben wir zu viele Offensivrebounds zugelassen.“

Reggie Redding blieb zunächst auf der Bank

Albas Trainer Sasa Obradovic überraschte mit der Maßnahme, den überragenden Mann des dritten Spiels zunächst auf der Bank zu lassen. Reggie Redding kam erst nach einigen Minuten ins Spiel, seine Kollegen hatten bis dahin aber auch ohne ihn einen ordentlichen Start hingelegt. Spektakulär war es nicht, was beide Mannschaften dem Münchner Publikum boten, dafür schien einfach zu viel auf dem Spiel zu stehen. Keines der beiden Teams konnte sich absetzen, das Münchner Publikum bekam dafür jede Menge Freiwürfe und einige Rangeleien geboten. Nicht nur beide Trainer wurden von den Schiedsrichtern mit Technischen Fouls bedacht, sondern auch Albas Akeem Vargas sowie Bryant und Albas Alex Renfroe, die aneinandergeraten waren. Die Berliner hatten Probleme im Rebound und vergaben eine Reihe von Freiwürfen, trafen dafür aber gut aus der Distanz und lagen zur Pause knapp mit zwei Punkten zurück.

Auch die weite Hälfte begann mit einer Kollision: Vargas rempelte Bayerns Spielmacher Anton Gavel um und kassierte dafür ein Unsportliches Foul. Albas Geschäftsführer Marco Baldi hatte die Hoffnung geäußert, bei einem knappen Spielverlauf werde irgendwann der „Faktor Matchball“ eine Rolle spielen – vor allen Dingen in den Köpfen der Bayern-Profis, die gegen das frühe Ende ihrer bislang enttäuschenden Saison anspielten.

Zumindest bei Heiko Schaffartzik war nichts von Nervosität zu spüren: Der von einer Wadenzerrung genesene Bayern-Aufbauspieler traf im dritten Viertel zwei Mal von der Dreipunktelinie. Doch die Berliner ließen sich angeführt von Redding (17 Punkte) und King (14 Punkte, vier Dreier) nicht abschütteln, vor den letzten zehn Minuten lagen sie mit einem Zähler zurück. Die Schiedsrichter blieben bei ihrer kleinlichen Linie, insgesamt 61 Foulpfiffe prägten das zerfahrene aber mittlerweile hoch spannende Spiel.

Drei Minuten vor Schluss zog Bayern davon

Die Berliner warteten weiter auf den Faktor Matchball – vergeblich. In der entscheidenden Phase griffen sich die Gastgeber eine Reihe von Offensivrebounds und punkteten im zweiten oder dritten Versuch, Alba gelang im Angriff nichts mehr, ein 7:0-Lauf ließ Bayern drei Minuten vor Schluss auf 80:72 davonziehen.

Alba gelang es nicht mehr, die Lücke zu schließen, die Serie der Rivalen geht morgen in den finalen Showdown, der nicht weniger umkämpft sein wird. Tsp

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