• Basketball-Bundesliga: Alba Berlin will gegen Bayern München die Gunst der Stunde nutzen

Basketball-Bundesliga : Alba Berlin will gegen Bayern München die Gunst der Stunde nutzen

Der FC Bayern München hat in der Basketball-Bundesliga zuletzt dreimal verloren – unterschätzen wird Alba Berlin den heutigen Gegner aber nicht.

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Alex King will mit Alba gegen seinen ehemaligen Nihad Djedovic die Siegesserie fortsetzen.
Alex King will mit Alba gegen seinen ehemaligen Nihad Djedovic die Siegesserie fortsetzen.Foto: picture alliance / dpa

Zuletzt drei Niederlagen in Serie, aktuell nur Platz sieben in der Bundesliga-Tabelle, in München schreiben die Boulevardblätter bereits von „Krise“: Der Saisonstart der Basketballer des FC Bayern hätte durchaus erfreulicher verlaufen können. Insofern scheint Alba Berlin einen guten Zeitpunkt erwischt zu haben, um die Münchner in der Arena am Ostbahnhof zu empfangen. Wenn die beiden Erzrivalen am heutigen Sonntag (17 Uhr, live bei Sport1) aufeinander treffen, liegt der Druck eindeutig beim Vizemeister aus dem Süden.

Ganz so einseitig ist die Situation dann aber doch nicht. Albas Mannschaft scheint sich zwar schon früh in der Saison gefunden zu haben, mit sieben Siegen aus sieben Bundesligaspielen führen die Berliner die Tabelle souverän an. Doch auch die Münchner hatten schon überzeugende oder zumindest starke Auftritte. Vor zehn Tagen führte das Team von Trainer Svetislav Pesic bei Real Madrid in der Schlussphase mit acht Punkten und hätte den amtierenden Euroleague-Champion in dessen Halle eigentlich besiegen müssen. Am Ende fehlte den Bayern aber die Abgeklärtheit, mit der Schlusssirene traf Real einen Dreier zum 101:99-Sieg. Was für die Münchner folgte, waren zwei vermeidbare Niederlagen in der Bundesliga in Frankfurt und im Euroleague-Heimspiel gegen Roter Stern Belgrad.

Natürlich ist Pesic mit der aktuellen Situation nicht zufrieden. „Uns fehlte letztlich die Bereitschaft, den letzten nötigen Einsatz zu bringen“, sagte der Serbe nach der Niederlage gegen Roter Stern. Wirklich aus der Ruhe bringen wird den 66-Jährigen die aktuelle Situation aber nicht. Der erfahrene Trainer hat in dieser Saison ein Team zusammengestellt, das vielleicht noch nicht hundertprozentig harmoniert, ansonsten aber höchsten Ansprüchen genügt. Insbesondere Alex Renfroe, der in der vergangenen Saison noch das Alba-Trikot trug, hat in München bislang überzeugen können. Auch der von Real Madrid gekommene Aufbauspieler K.C. Rivers glänzt bislang als exzellenter Distanzschütze.

Die Bayern sind das offensivstärkste Team der Bundesliga

Die Bayern brillieren aber hauptsächlich im Angriff – mit im Schnitt 90,3 Punkten pro Spiel sind sie das mit Abstand offensivstärkste Team der Bundesliga. Trainer Svetislav Pesic und sein Sportdirektor-Sohn Marko Pesic haben bei der Kaderplanung darauf geachtet, die Mannschaft in dieser Saison athletischer, explosiver und damit noch gefährlicher zu machen. Die 75 Punkte, die die Münchner pro Spiel kassieren, sind hingegen weitaus weniger beeindruckend. Zum Vergleich: Tabellenführer Alba hat seinen Gegner in der Bundesliga bislang nur durchschnittlich 67 Zähler gestattet. Bei allen drei Niederlagen der letzten zehn Tage gelang es den Bayern zudem nicht, ihre Gegner in der Schlussphase zu kontrollieren. Und gegen Belgrad ließ Pesics Team insgesamt 90 Punkte zu – so gewinnt man in der Euroleague keine Heimspiele.

Sollten die Münchner in Berlin verlieren und auch am kommenden Donnerstag dem türkischen Spitzenteam von Fenerbahce Istanbul unterliegen, würden sie in der Bundesliga bereits einigen Rückstand auf Alba haben und in der Euroleague um das Erreichen der Zwischenrunde zittern müssen. Fünf Niederlagen in Serie würden wohl auch Svetislav Pesic aus der Ruhe bringen, von den Münchner Boulevardzeitungen ganz zu schweigen.

Bei Alba glaubt aber niemand daran, dass der FC Bayern am Sonntag verunsichert auftritt. „Bayern ist eine sehr erfahrene Mannschaft, die sich von einer Niederlage wie der gegen Belgrad nicht beeinträchtigen lässt“, sagte Geschäftsführer Marco Baldi und vertraut eher auf die eigenen Stärken als auf die Schwäche der Bayern. Trotzdem hat es in der noch recht jungen aber äußerst intensiven Rivalität der beiden Klubs für Alba sicher schon schlechtere Augenblicke gegeben, um auf den FC Bayern zu treffen.

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