Basketball-Bundesliga : Hagens Pleite muss ein Signal sein

Der Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen ist insolvent und muss den Spielbetrieb einstellen. Die Liga sollte nun verkleinert werden. Ein Kommentar.

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Hagens Basketballer müssen derzeit eine Enttäuschung nach der anderen hinnehmen.
Hagens Basketballer müssen derzeit eine Enttäuschung nach der anderen hinnehmen.Foto: Imago

Per Günther reagierte mit Trotz. Kurz nachdem am Dienstag bekannt geworden war, dass Basketball-Bundesligist Phoenix Hagen die Pleite nicht abwenden kann und zum Jahresende den Spielbetrieb einstellen muss, schrieb der in Hagen aufgewachsene Nationalspieler bei Facebook einen emotionalen Post. „In Hagen steckt Basketball nicht im Bundesligaverein“, schrieb der 28-Jährige, der mittlerweile für Vizemeister Ulm spielt. „Er kann nicht gefährdet sein oder insolvent oder tot.“ Auf höchstem Niveau werden sich die Hagener aber erst einmal von ihrem Lieblingssport verabschieden müssen. Das ist bitter für die basketballverrückte Stadt – und sollte ein Signal für die Basketball-Bundesliga (BBL) sein.

Man kann den Hagenern wirklich nicht vorwerfen, dass sie zu wenig Leidenschaft für ihren Lieblingssport aufbringen. Allerdings bewegte sich Phoenix in der Vergangenheit immer wieder mal sportlich und wirtschaftlich am Existenzminimum. Ähnlich erging es anderen Bundesliga-Standorten wie dem Traditionsklub aus Trier, der 2015 insolvent ging und abstieg. Auch die Hagener hätten die Klasse in dieser Saison kaum halten können, nach elf Spieltagen sind sie siegloser Tabellenletzter. Vermutlich kommen noch zwei Niederlagen hinzu, am 10. Dezember soll dann erst einmal Schluss sein mit Bundesliga-Basketball in Hagen. Am Mittwoch läuft eine letzte Frist der Liga-Leitung an den Klub ab.

Nicht alle Vereine können Schritt halten

Die BBL ist in den vergangenen Jahren beeindruckend gewachsen. Nicht alle Klubs können bei diesem Wachstum aber Schritt halten, das haben die Insolvenzen der jüngeren Vergangenheit gezeigt. Trotzdem hält die Liga eisern am Teilnehmerfeld von 18 Klubs fest – obwohl die Spitzenklubs über den engen Spielplan stöhnen und immer wieder Klubs knapp an der Pleite vorbeischrammen. Ganz verhindern lässt sich ein Fall wie in Hagen natürlich nicht. Indem man die Liga verschlankt, könnte man die Wahrscheinlichkeit einer Pleite aber verringern und die gesunden Standorte stärken.

Per Günther glaubt noch an die Zukunft des Basketballs in seiner Stadt. „Geht’s raus ihr jungen Knaben und zockt“, schreibt er. „Rottet Euch zusammen und werft und werft und werft.“ Vielleicht hat Hagen irgendwann ja wieder ein Bundesligateam – umso besser, wenn es nicht eins von 18 ist, sondern nur eins von 14.

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