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Basketball-Bundesliga : Klarer Sieg für Alba gegen Braunschweig

Zu Beginn kochten die Emotionen hoch, am Ende aber blieb Alba ganz cool. Vor mehr als 13.000 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof besiegten die Berliner die Gäste von den Phantoms Braunschweig souverän mit 98:79.

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Hoch her ging es zuweilen in der Arena am Ostbahnhof. Für zwei Braunschweiger Spieler war die Partie in Berlin deshalb schon vorzeitig beendet.
Hoch her ging es zuweilen in der Arena am Ostbahnhof. Für zwei Braunschweiger Spieler war die Partie in Berlin deshalb schon...Foto: Imago

Marco Baldi packte beherzt zu. Über eine Seitenbande griff sich der Geschäftsführer von Alba Berlin seinen Spieler Alex King, Co-Trainer Milenko Bogicevic war herbeigeeilt und half, King zurückzuhalten. Das war auch besser so. „Da sind bei allen kurz die Schaltkreise durchgeknallt“, sagte King später. Erst hatte der Braunschweiger James Florence King offenbar in den Magen und wohl auch ins Gesicht geschlagen, dann rempelte Kyle Visser den Berliner um. Die Spieler schubsten und brüllten, einige schlichteten. Es dauerte einige Minuten, bis alle Streithähne beruhigt waren. Am Ende verwiesen die Schiedsrichter Florence und Visser des Spiels, King erhielt ein technisches Foul.

Nach dieser Szene kurz vor der Halbzeit war ein Basketballspiel entschieden, in dem es lange wenig um Basketball ging. Gegen die dezimierten Braunschweiger gewannen die Berliner ihr fünftes Pflichtspiel in Folge ungefährdet 98:79 (54:37).

Schon kurz vor dem Getümmel war der sehr aggressiv verteidigende Akeem Vargas mit dem Braunschweiger Aaron Doornekamp zusammengerasselt, für seine wütend vorgetragene Replik erhielt Doornekamp ein technisches Foul. Beide Teams hielten sich von Beginn kaum mit hartem Körpereinsatz zurück. In der zweiten Halbzeit waren auch noch einige der ohnehin verletzungsgeschwächten Gäste mit Fouls belastet, sodass Alba mit deren Notbesetzung aus Nachwuchsspielern kaum mehr Probleme hatte. Den Berlinern reichte vor 13.298 Zuschauern in der gut gefüllten Arena am Ostbahnhof eine geschlossene Mannschaftsleistung, bei der alle zwölf eingesetzten Spieler punkteten, und die Dominanz unter dem Korb (50:30 Rebounds). Lediglich den gnadenlosen Punktejäger Isaiah Swann (31 Zähler) konnte Alba nicht stoppen. Rückkehrer David Logan brauchte nur knapp 17 Minuten spielen. Die reichten ihm, um mit 15 Punkten Topscorer der Berliner zu sein.

Das Ergebnis gegen einen geschwächten Gegner sage nicht viel aus, sagte Alba-Trainer Sasa Obradovic, wichtig sei der Sieg. Und noch etwas anderes. Denn so einmalig die Eskalation der Emotionen gewesen sein mag, sieht der Trainer eine gewisse Härte seines Teams nicht ungern. „Die Leute wollen Kämpfer sehen, du musst zeigen, dass du keine Angst hast zu gewinnen“, sagte Obradovic. „Jeder, der sagt, dass man nicht auch dreckig spielen muss, der lügt.“ Das gehöre dazu, wenn man die beste Defensive stellen wolle. „Das hat uns in den letzten Jahren gefehlt.“

In den vergangenen Jahren mag Alba von den Namen her hochklassiger besetzte Teams gehabt haben. Doch die verließen sich oftmals auf ihre spielerische Klasse. Das aktuelle Team, verjüngt und neu zusammengestellt, kompensiert hingegen mit viel Einsatz, was spielerisch noch fehlen mag. Natürlich kennt die Härte auch Grenzen. „Man muss die Emotionen kanalisieren, damit nichts Schlimmeres vorfällt“, sagte Obradovic.

„Wir verteidigen hart, aber sauber, spielen physisch, aber nicht dreckig“, sagte King, der sich nach dem Spiel schnell beruhigt hatte. „Da sind andere Mannschaften schnell angepisst.“ So wie die Braunschweiger, die versuchten, mit noch mehr Härte dagegenzuhalten. Die Berliner wollen hingegen das richtige Maß finden. Nach dem Spiel hatte Baldi noch einmal beruhigend auf King eingeredet. Doch kurz darauf lief Teamkollege Vargas an King vorbei und flexte grinsend den Bizeps.

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