Basketball : Byars führt Alba zum 80:55-Sieg gegen Gießen

Als die Alba-Fans kurz vor Spielende seinen Namen sangen, wusste Derrick Byars, dass er wieder ein kleines Stück vorangekommen war in Berlin. Beim 80:55 gegen Gießen war er mit 21 Punkten Topscorer.

Helen Ruwald

Berlin -Er hatte mit dem Spieltempo zu kämpfen gehabt, mit all den Details in der Coaching- Philosophie von Luka Pavicevic, mit der Umstellung von den USA nach Europa. Beim 80:55 der Berliner, die erst im letzten Viertel gegen die Gießen 46ers überzeugten, war Byars mit 21 Punkten Topscorer, traf viermal aus der Distanz und war der Alba-Profi mit der drittlängsten Einsatzzeit. Rund 23 Minuten ließ Pavicevic den 25-Jährigen, der im November zu Alba stieß, vor 9588 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof auf dem Parkett – fröhlich sah der Amerikaner bei der Ehrenrunde dennoch nicht aus. Mit starrer Miene klatschte Byars die Fans ab. „Ich gewöhne mich an meine Rolle“, sagte er später, „ich musste geduldig sein.“ Alba-Geschäftsführer Marco Baldi will nicht davon wissen, „dass der Knoten geplatzt ist. Er hat schon vorher gute Spiele gemacht.“ Nun gehe es um Beständigkeit, „die Ausschläge nach unten müssen wegbleiben.“

Das gilt für das gesamte Team, das sich gegen den 16. der Tabelle lange schwer tat. „34 Minuten dachte ich, unser Plan ist aufgegangen, da haben wir uns stark präsentiert“, sagte Gießens Trainer Vladimir Bogojevic. „Dann sind alle Dämme gebrochen. Der Ausgang ist in dieser Höhe ungerecht.“ Zu Beginn des letzten Spielabschnitts führte Alba 48:42, nichts war entschieden. Dann trafen die Berliner fünf von elf Distanzwürfen, zweimal war in der Schlussphase Byars erfolgreich, je einmal Rashad Wright, Jurica Golemac und Steffen Hamann. „Am Anfang hat Gießen das Spiel verlangsamt und wir hatten Probleme. Aber am Ende hatten wir die Kraftreserven“, sagte Hamann, während Pavicevic von einem Pflichtsieg sprach gegen ein Team, „das keinen Druck hatte, das kann immer gefährlich sein“.

Zweieinhalb Minuten dauerte es, bis die ersten Punkte des Spiels fielen, nach zehn Minuten lag Alba 12:14 zurück, hatte nur vier von zwölf Feldwürfen getroffen und weniger Rebounds geholt als die Gäste. Eine 11:2-Serie zu Beginn des zweiten Viertels gehörte genauso zu Albas Spiel wie 4:12-Punkte im dritten Spielabschnitt, in dem Gießens Elvir Ovcina (16 Punkte) sein Team bis auf 42:44 heranbrachte. Zu mehr reichten weder Können noch Kraft. Bis zum Spielende gelangen den Gästen nur noch 13 Zähler – Alba hingegen 36. Helen Ruwald

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