Basketball : Dallas geht in Führung

Die Dallas Mavericks haben im Finale der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA den ersten Schritt in Richtung Titel gemacht. Das Team um Dirk Nowitzki gewann das erste Spiel der Finalserie gegen die Miami Heat.

Dallas - Für Dirk Nowitzki rückt die Erfüllung seines sportlichen Lebenstraumes in immer greifbarere Nähe: Trotz einer blassen Vorstellung des besten deutschen Basketballers haben die Dallas Mavericks gleich zum Finalauftakt gegen die Miami Heat für klare Verhältnisse gesorgt. Die Texaner eröffneten die «Best-of-Seven»-Finalserie der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA am Donnerstagabend (Ortszeit) mit einem 90:80-Heimerfolg. Nowitzkis mäßige Abendschicht mit diesmal nur 16 Punkten und zehn Rebounds fiel dabei kaum ins Gewicht. Mann des Spiels war sein Teamkollege Jason Terry mit 32 Punkten. «Das war sicher nicht mein Abend. Ich habe nie meinen Rhythmus gefunden, aber Basketball ist ein Mannschaftssport. Terry hat das Spiel für uns gewonnen», sagte Nowitzki. Die zweite Partie der Serie findet am Sonntag ebenfalls in Dallas statt.

Vor 20.000 Zuschauern erfüllte das erste Duell der Final-Debütanten nur selten die hohen Erwartungen. Zu nervös waren beide Teams bei ihrer großen Premiere, zu berechenbar die Heat mit ihrem müden Superstar Shaquille O'Neal (17 Punkte, 7 Rebounds) und dem kränkelnden Spielmacher Dwyane Wade (28 Punkten). «Schön war es nicht. Wir werden uns in der Defensive und in der Offensive noch gewaltig steigern müssen, aber lieber hässlich gewinnen als gar nicht», bilanzierte Mavericks-Coach Avery Johnson, «Dirk wird erleichtert sein über den Sieg. Es war nicht der echte Dirk, aber er ist ein Kämpfer und wird wiederkommen.» Immerhin: Laut NBA-Statistik hat der Gewinner der ersten Final-Partie zu 73 Prozent auch den Titel geholt.

Nowitzki begann sichtlich aufgeregt und überdreht. Vor den Augen seines Mentors Holger Gschwindner flogen sechs seiner ersten sieben Würfe am Ziel vorbei. Danach beruhigte sich der Würzburger etwas, aber im wichtigen Schlussviertel blieb er gänzlich punktlos. «Wir waren alle zu Spielbeginn vom großen Moment überwältigt und ein bisschen eingeschüchtert. Das legte sich erst im zweiten Viertel», gab der 27-Jährige zu und dachte sogar noch den WM-Start in Deutschland, «leider kann ich nicht persönlich dabei sein, aber ich drücke der Fußball-Nationalmannschaft ganz fest die Daumen.»

Nach einem Elf-Punkte-Rückstand Anfang des zweiten Viertels führten die Mavs zur Pause mit 46:44 und nach drei Vierteln mit 70:68. Dank zwei erfolgreichen Drei-Punkte-Würfen von Terry lagen die Gastgeber 7:54 Minuten vor dem Ende sogar 82:72 vorn. Miami kam zwar 3:37 Minuten vor der Schlusssirene noch einmal auf 79:82 ran, schaffte danach aber nur noch einen Punkt.

Neben der kompromisslosen Mavericks Defensive in der entscheidenden Phase schmerzte Miami vor allem «Shaqs» katastrophale Freiwurfausbeute. Der 2,16 m-Riese verwandelte nur einen von neun Freiwürfen und ist dennoch seit Donnerstagabend der dritte Spieler der NBA-Geschichte nach Michael Jordan und Kareem Abdul-Jabbar mit mindestens 5000 Playoff-Punkten. «Wir haben vor allem mental viele Fehler gemacht. Das darf uns nicht mehr passieren», erklärte der 34 Jahre alte O'Neal. (Von Sven Busch, dpa)

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