BASKETBALL : Der Ball muss laufen

Alba ist immer dann erfolgreich, wenn das Team zusammenspielt.

Lars Spannagel

Berlin - Luka Pavicevic wollte die Zahl nicht überbewerten. 26 Assists hatten seine Spieler beim 91:54 (42:26)-Sieg über Göttingen verteilt, so viele direkte Korbvorlagen wie noch in dieser Saison. „Wir wollen uns immer schnell bewegen, und wir wollen den Ball immer schnell bewegen“, erklärte Alba Berlins Coach lapidar die Statistik. Und doch steckt mehr hinter der nackten Zahl – besonders wenn man Albas Heimniederlage gegen Bamberg vor zwei Wochen als Vergleich heranzieht.

Am Ende des 62:72 gegen die Franken hatte Alba nicht nur fast 30 Punkte weniger erzielt als gegen Göttingen, sondern auch 20 Assists weniger verteilt. Immer wieder versuchten es die Berliner gegen Bamberg allein – und scheiterten immer wieder. Die Folge: Albas Wurfquote, sonst die mit Abstand beste der Liga, sank deutlich. Am Mittwochabend im Spitzenspiel gegen den Tabellendritten Göttingen hingegen traf Alba mit 70 Prozent seiner Würfe. Ein Wert, der jedes Trainerherz höherschlagen lässt. Göttingens berüchtigte Verteidigung war kaum in der Lage, Albas Rhythmus zu stören oder ein Anspiel auch nur zu behindern. Luka Pavicevic war nach dem Spiel der Meinung, dass diese Tatsache vor allem Albas früher Führung geschuldet war: „Wenn das Spiel entschieden ist, fällt es schwer, sich zu so viel Druck zu motivieren.“

Allerdings kamen die Gäste auch zu Beginn kaum einmal hinterher, so schnell und flüssig passten die Berliner zur Begeisterung des Publikums den Ball. Göttingens Trainer John Patrick war es zwar „ein bisschen peinlich, dass wir uns nicht besser präsentiert haben“. Dass Alba sich am Ende aber über den höchsten Sieg der Saison freuen durfte, lag mehr an der starken Leistung der Berliner als an der schwachen Vorstellung der durch Verletzungen geschwächten Göttinger.

Rechtzeitig zum Endspurt um die beste Ausgangslage für die Play-offs scheint das Berliner Team nach einigen „Ausrutschern“ (Pavicevic) zu seinem Spiel zurückgefunden zu haben. Alba ist im Angriff dann erfolgreich, wenn die Mannschaft mit Kontrolle, Geduld und ohne Egoismus zusammenspielt und sich so gute Wurfpositionen erarbeitet. Wenn der Ball nicht läuft, bekommt Alba oft Probleme. Auch bei den Niederlagen gegen Bonn, Ludwigsburg und Oldenburg blieben die Berliner unter den Zehn-Assists-Marke.

In den Play-offs, wenn der Druck noch einmal steigt, wird es für Alba noch wichtiger sein, sich nicht zu Eins-gegen-Eins-Duellen verleiten zu lassen. Drei Spiele bleiben den Berliner bis dahin noch Zeit, nach aktuellem Tabellenstand hieße der Gegner in der ersten Runde Bamberg. Dann hätte Alba die Chance, den Franken den zurückgewonnen Berliner Teambasketball zu zeigen.

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