Basketball : Die Leiden des Jack N.

Dallas gewinnt mit 93:81 auch das zweite Play-off-Spiel gegen Los Angeles - schwere Zeiten für einen prominenten Lakers-Fan. Dirk Nowitzki warnt dennoch und sieht seine Dallas Mavericks noch nicht am Ziel.

Kein Rankommen. Die Lakers um Kobe Bryant (in gelb) konnten Dirk Nowitzki und seine Dallas Mavericks auch im zweiten Spiel der Play-off-Serie nicht stoppen. Foto: dpa
Kein Rankommen. Die Lakers um Kobe Bryant (in gelb) konnten Dirk Nowitzki und seine Dallas Mavericks auch im zweiten Spiel der...Foto: dpa

Jack Nicholson atmete schwer durch. Die Arme verschränkt, den Blick starr aufs Spielfeld gerichtet, verfolgte der Schauspieler scheinbar teilnahmslos die letzten Minuten des Basketballspiels zwischen den Los Angeles Lakers und den Dallas Mavericks.

Seit vielen Jahren schaut sich Lakers-Fan Nicholson die Spiele seiner Mannschaft aus nächster Nähe an, doch so ernüchtert wie im zweiten Spiel der Play-off-Serie gegen Dallas hat man Nicholson selten gesehen. Die Gäste aus Texas waren den Lakers in allen Belangen überlegen und gewannen auch das zweite Spiel in Los Angeles, dieses Mal mit 93:81. „Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass wir beide Spiele gewinnen würden, wäre das schwer zu glauben gewesen“, sagte Dirk Nowitzki. „Aber ich denke, wir haben uns das verdient.“ Nowitzki war mit 24 Punkten erneut bester Werfer seines Teams. Ging es im ersten Spiel beim 96:94 noch eng zu, bestimmte Dallas das zweite Duell von Beginn an. Vor allem Nowitzki entzog sich immer wieder wirksam der Bewachung durch seinen Gegenspieler Pau Gasol und kam zu einfachen Punkten. Anschließend wurde Gasol wegen seiner schwachen Leistung von den eigenen Fans ausgepfiffen. Aber nicht nur Gasol stand aufseiten der Lakers neben sich. So verpasste Ron Artest seinem Gegenspieler J. J. Barea kurz vor Spielschluss einen Unterarmschlag, den man ansonsten nur beim Wrestling sieht. Für diese Aktion könnte Artest nachträglich von der National Basketball Association (NBA) gesperrt werden.

„Es ist offensichtlich, dass wir nicht an uns glauben“, sagte Lakers-Center Andrew Bynum. „Wir zweifeln an unseren Pässen und helfen uns nicht gegenseitig in der Verteidigung.“ Ganz anders die Mavericks, denen noch zwei Siege zum Einzug ins Finale der Western-Conference fehlen. Die Mannschaft wirkt mental deutlich gefestigter als in den Jahren zuvor, der Glaube an die eigene Stärke ist zurück. Dazu trug die vorangegangene Serie gegen die Portland Trail Blazers entscheidend bei. Dallas lag im vierten Spiel schon mit 23 Punkten in Führung – und verlor am Ende noch. Doch anstatt mit der eigenen Fehlleistung zu hadern, rückte die Mannschaft enger zusammen und gewann seitdem alle Spiele. „Wir spielen zurzeit unseren besten Basketball“, sagte Pointguard Jason Terry.

Nowitzki warnt dennoch: „Ich habe bereits 2:0 geführt und die Serie am Ende doch noch verloren. Wir müssen konzentriert bleiben.“ So richtig glaubt allerdings niemand mehr, dass Dallas die Serie gegen den Meister noch aus der Hand gibt. Auch Jack Nicholson nicht. Tsp

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