Sport : Basketball-EM: Deutschland verliert knapp

Benedikt Voigt

Palma de Mallorca - Gestern Abend ließ sich nicht mehr klären, warum Ademola Okulaja zum Korb gezogen ist. Eigentlich sollte der deutsche Basketball-Nationalspieler fünf Sekunden vor dem Ende den Ball passen, damit einer seiner Teamkollegen per Dreier das Spiel gewinnen kann. „Links stand ich“, sagte Robert Garrett, „rechts stand Demond Greene.“ Doch Ademola Okulaja entschied sich, selber zum Korb zu gehen, obwohl dort der Litauer Darius Songalia stand. Das Resultat dieser Entscheidung: Ein Offensivfoul und eine 80:84 (32:49)- Niederlage der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft gegen Litauen. Deutschland geht nun als Gruppenzweiter in die Zwischenrunde. Erster Gegner ist Frankreich am Samstag.

Abgesehen von Okulajas Entscheidung hatte das deutsche Team das Spiel in der ersten Halbzeit verloren. Zeitweise lag es mit 21 Punkten zurück. Doch dank einer beherzten Leistung in der zweiten Halbzeit hatte das deutsche Team in den Schlusssekunden sogar eine Siegchance. „Die Mannschaft hat Unglaubliches geleistet“, sagte Trainer Dirk Bauermann, „sich da wieder reinzukämpfen, das war bewundernswert.“ Nach der ersten Halbzeit hatte es nicht danach ausgesehen, als könnte das deutsche Team noch so nah herankommen. NBA-Star Dirk Nowitzki hatte es lange schwer, sich durchzusetzen. Erst in der zweiten Halbzeit war er erneut bester deutscher Werfer. Kurz vor dem Ende verstauchte sich der 29-Jährige den Fuß. „Ich gehe aber davon aus, dass ich am Samstag wieder topfit bin“, sagte Nowitzki.

Mit einer 11:2-Serie zu Beginn des vierten Viertels kam das deutsche Team Litauen bis auf 68:70 nahe. Und als Okulaja neun Sekunden vor dem Ende den Ball bekam stand es 80:82. „Es war eine Riesenaufholjagd“, sagte Nowitzki, „dann haben wir es dumm verloren.“ Dabei hatte der Bundestrainer in der vorhergehenden Auszeit sogar noch einen Dreipunktewurf angeordnet. Warum es nicht dazu kam, weiß nur Ademola Okulaja. Er verschwand gestern kommentarlos in den Mannschaftsbus. Benedikt Voigt

0 Kommentare

Neuester Kommentar