Basketball-EM : Groß genug fürs Kino?

Die Basketballer wollen sich ab heute bei der EM für Olympia qualifizieren. Es wäre schon eine Überraschung, wenn die deutschen Basketballer das Finale erreichen.

Benedikt Voigt
Baskettball
Mit 35 zur EM. Nationalspieler Stephen Arigbabu bleibt am Ball. -Foto: AFP

Berlin - Ab Montag können die deutschen Basketballer selbst bestimmen, wie viel von ihnen im Fernsehen zu sehen sein wird. Eine halbe Stunde Dokumentarfilm über die Basketball-Europameisterschaft in Spanien hat das Bayerische Fernsehen fest eingeplant. Dafür hat ein Redakteur mit Handkamera die Mannschaft bereits seit August begleitet. Im größten Erfolgsfall könnte sogar ein Kinofilm nach dem Vorbild der Fußballer und Handballer entstehen. Wahrscheinlich aber wird es bei der halben Stunde bleiben.

Es wäre schon eine Überraschung, wenn die deutschen Basketballer bei der heute auf Mallorca mit dem Spiel gegen Tschechien (18 Uhr, live im DSF) beginnenden EM das Finale erreichen. Doch genau das ist das Ziel. „Wir wollen die Sensation von vor zwei Jahren wiederholen“, sagt Bundestrainer Dirk Bauermann, „ich weiß, dass das ein ehrgeiziges Ziel ist.“ Vor zwei Jahren kam die deutsche Mannschaft bei der EM in Serbien auf Platz zwei, im vergangenen Jahr bei der WM in Japan landete sie auf Rang acht. Die Favoriten sind andere. „Die beiden WM-Finalisten, Spanien und Griechenland“, nennt der deutsche NBA-Star Dirk Nowitzki. Danach kommen zahlreiche Mitfavoriten: Frankreich, Italien, Türkei, Litauen, Russland, Serbien, Slowenien – und Deutschland. „Es wird unglaublich schwer“, sagt Bauermann. Er bietet eine der ältesten Mannschaften des Turniers auf, zuletzt nominierte er auch noch den 35-jährigen Stephen Arigbabu nach.

Sein Team hat neben einer Medaille ein viel wichtigeres Ziel: Sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Dazu muss es das Finale erreichen. Sollte das nicht gelingen, ist das Minimalziel, wenigstens das olympische Qualifikationsturnier im nächsten Jahr zu erreichen. Die Dritt- bis Sechstplatzierten dieser EM dürfen daran teilnehmen. Sollte der für Peking bereits qualifizierte Weltmeister Spanien bei dieser EM unter die ersten Sechs kommen, fährt auch noch der Siebte zum Qualifikationsturnier.

„Es wäre grandios, wenn wir in Peking dabei wären“, sagt DBB-Präsident Ingo Weiß. Zuletzt nahmen deutsche Basketballer 1992 an Olympia teil. Seitdem hat sich das deutsche Team nicht mehr qualifizieren können, obwohl es in Nowitzki über einen der besten Basketballer der Welt verfügt. Doch bei der EM 1999 in Frankreich schaffte er es als 19-Jähriger nur auf Platz sieben, 2003 kam sein Team bei der EM in Schweden noch nicht einmal unter die besten acht. Nun eröffnet sich für die Generation um Nowitzki die vielleicht letzte Gelegenheit, sich für das wichtigste Sportereignis der Welt zu qualifizieren. „Das würde unserer Sportart einen kleinen Boom geben“, sagt Weiß, „vom Bund gäbe es mehr Geld, die Medienpräsenz wäre größer und wir hätten ein deutsches Dream-Team bei Olympia.“

Und für Dirk Bauermann würde sich noch ein übergeordnetes Ziel erfüllen. „Wir freuen uns über die Erfolge der Hockeyspieler und Handballer“, sagt der Bundestrainer, „aber wir wollen nicht gegenüber dem Handball noch weiter ins Hintertreffen geraten.“ Der Film des Bayerischen Rundfunks könnte ihm dabei helfen, am besten natürlich als Kinoversion.

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