Basketball-EM : Herz auf den Boden

Bundestrainer Bauermann fand die Leistung des deutschen Teams gegen Mazedonien völlig inakzeptabel. Im letzten Zwischenrundenspiel gegen Kroatien fordert er Besserung. Deutschland muss siegen, um ins Viertelfinale einzuziehen.

Basketball-EM - Mazedonien - Deutschland
Mazedonische Mauer. Patrick Femerling und die Deutschen enttäuschten.Foto: dpa

Bislang hat Basketball-Bundestrainer Dirk Bauermann bei der Europameisterschaft in Polen allein Lob und Ermunterung für seine junge Mannschaft übriggehabt. Nach der schwachen Leistung beim 75:86 gegen Mazedonien war das ein bisschen anders. „Bei der Vorbereitung auf das Kroatien-Spiel ist es ein bisschen lauter geworden“, sagt der deutsche Nachwuchscenter Tibor Pleiß. „Aber das ist auch verständlich.“ Gegen die Mazedonier hatten die Deutschen nach zuvor vier starken Spielen völlig enttäuscht, mit einem Sieg gegen Kroatien am Dienstag (21 Uhr, live im DSF) würden sie trotzdem ins Viertelfinale einziehen.

Mit einer Leistung wie gegen Mazedonien sei „nichts möglich“ gegen Kroatien, sagt Bauermann. „Wir haben unseren Spielern sehr deutlich gesagt, dass es inakzeptabel war, was sie gegen Mazedonien abgeliefert haben.“ Mit vielen dummen Fehlern und wenig Intensität hatten die Deutschen die Chance verpasst, bereits am Sonntag einen großen Schritt in Richtung Viertelfinale zu machen. „Aber wenn wir wieder unser Spiel spielen und unser Herz aus der Brust auf den Boden schmeißen, ist alles möglich“, sagt Bauermann.

Auch wenn der Bundestrainer die Kroaten als „haushohe Favoriten“ sieht – einen stabilen Eindruck haben sie bei der EM noch nicht hinterlassen. Bei der 79:87-Niederlage gegen Frankreich am Sonntag beschimpfte der 32-jährige Nikola Prkacin die Schiedsrichter so lange, bis ihnen gar keine andere Wahl blieb, als ihn mit einem Technischen Foul zu bestrafen. Es war sein fünftes Foul, er musste den Rest des Spiels von der Bank verfolgen. Eine dumme Aktion, besonders für einen Spieler, der die Erfahrung aus 14 Spielzeiten in der Europaliga mit nach Polen gebracht hat. „Mental waren wir sehr, sehr schwach. Das macht mir Sorgen“, sagte der kroatische Trainer Jasmin Repesa nach dem Spiel. „Sobald es für uns nicht mehr nach Wunsch lief, haben wir die Kontrolle verloren.“

Gegen Frankreich war der nur 1,85 Meter große Aufbauspieler Marko Popovic mit 30 Punkten der beste Kroate, ansonsten verlässt sich Repesa auf seine erfahrenen großen Spieler wie Nikola Vujcic. Dem 2,11-Meter-Center von Olympiakos Piräus merkt man allerdings an, dass auch er bereits 30 Jahre alt ist. Wenn Nikola Vujcic ausgewechselt wird, tigert er hinter der Ersatzbank auf und ab und dehnt immer wieder seine Waden, um seine müde Muskulatur warm zu halten. „Wir haben noch frische Beine“, sagt der deutsche Nationalspieler Tim Ohlbrecht. „Die älteren Kroaten müssen jetzt schon beißen.“

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