Basketball-EM in Deutschland : Eine vergebene Chance

Die Basketball-EM in Deutschland war organisatorisch ein voller Erfolg. Das sportliche Fazit hingegen ist enttäuschend. Ein Kommentar

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Deutsches Aus in voller Halle: Die deutschen Basketballer um Dirk Nowitzki sind bei der Basketball-EM bereits in der Vorrunde ausgeschieden.
Deutsches Aus in voller Halle: Die deutschen Basketballer um Dirk Nowitzki sind bei der Basketball-EM bereits in der Vorrunde...Foto: dpa

Es sollte ein Basketball-Fest werden. Ein Ereignis, das bei den deutschen Sportfans wieder neue Begeisterung für Basketball entfacht: die Vorrunde der Europameisterschaft in Berlin – mit den NBA-Stars Dirk Nowitzki und Dennis Schröder! Was will man mehr! Die Voraussetzungen hätten nicht besser sein können. Und aus organisatorischer Sicht war die Vorrunde in Berlin auch ein voller Erfolg. Alle fünf deutschen Spiele waren ausverkauft. Insgesamt besuchten 120 000 Zuschauer die Partien – zur gesamten EM vor zwei Jahren in Slowenien waren 182 000 Fans gekommen. Nach diesem positiven Eindruck kann der Deutsche Basketball-Bund (DBB) zurecht erwägen, sich auch für weitere Turniere wie die EM 2017 oder die WM 2023 zu bewerben.

Doch so gut es aus der Ausrichter-Perspektive lief, so schlecht fällt das sportliche Fazit aus. Die deutsche Nationalmannschaft ist bereits nach der Vorrunde ausgeschieden. Die 76:77-Niederlage am Donnerstag gegen Spanien war die vierte in fünf Spielen. Nur gegen Island gelang ein Sieg. So ist aus der großen Chance eine große Enttäuschung geworden. Dass die Deutschen bei der EM das selbstgesteckte Ziel Viertelfinale klar verpassten, hat viele Gründe: Zahlreiche Nationalspieler fehlten – manche wegen Verletzungen, manche konnten sich seltsamerweise wohl nicht für dieses Heim-Turnier motivieren. Ohne all diese Ausfälle hätte das Team in der Tat eine ganz andere Rolle spielen können. Außerdem funktionierte das Zusammenspiel der beiden Leistungsträger Nowitzki und Schröder lange Zeit nicht. Das beeinflusste die gesamte Mannschaft, so sehr sie auch kämpfte und Einsatz zeigte.

Auch der DBB hat Fehler gemacht: Der Verband konnte sich für die Vorrunde einen Gegner aussuchen – wie auch die drei übrigen Ausrichter der Vorrundengruppen. Dass man ein starkes Team wie die Türkei auswählte, ist schwer nachzuvollziehen. Somit bleibt aus Sicht der Fans von dieser EM-Vorrunde in Berlin wohl nur eins: eine vergebene Chance.

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