Basketball-Eurocup : 87:71 - Alba Berlin setzt sich gegen Juschni durch

Aus elf mach zwölf: Alba Berlin baut seine Siegesserie weiter aus. Im Basketball-Eurocup setzt sich die Mannschaft von Trainer Sasa Obradovic in der Arena am Ostbahnhof mit 87:71 (38:41) gegen Khimik Juschni durch. Damit benötigen die Berliner nur noch einen Erfolg für den Achtelfinal-Einzug.

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Du kommst hier nicht lang. Albas David Logan verteidigt im Eurocup-Spiel gegen Juschni seinen Gegenspieler.
Du kommst hier nicht lang. Albas David Logan verteidigt im Eurocup-Spiel gegen Juschni seinen Gegenspieler.Foto: imago

Es ist etwas lauter zugegangen, zur Halbzeit in der Kabine von Alba Berlin. „Habt ihr es draußen gehört?“, sagte Reggie Redding und grinste. Als ob es möglich wäre, während der Halbzeitshow in der Halle am Ostbahnhof noch Wörter aus der Kabine zu verstehen. Auch Jonas Wohlfahrt-Bottermann bestätigte: „Der Coach hat uns aufgeweckt.“ Die Ansprache von Trainer Sasa Obradovic wirkte, beim 87:71 (38:41) gegen Khimik Juschne vor 6204 Zuschauern in der Eurocup-Zwischenrunde gewannen die Berliner nach einer schwachen ersten Halbzeit die zweite mit 49:30. „Wir haben den Sieg verdient“, sagte Obradovic, „wir haben in der zweiten Halbzeit den Rhythmus des Spiels verändert.“

Es war wettbewerbsübergreifend Albas zwölfter Sieg in Folge und der dritte im dritten Spiel der Eurocup-Zwischenrunde. Die Berliner besitzen nun sehr gute Chancen ins Achtelfinale einzuziehen. „Wenn wir noch ein Heimspiel gewinnen, sind wir sicher in der nächsten Runde“, sagte Alex King.

Die einwöchige Pause hatte Alba allerdings zunächst aus dem Rhythmus gebracht. In der ersten Halbzeit führten die Berliner die inoffizielle Kategorie „Leicht vergebene Würfe“ eindeutig an. Am erfolgreichsten gelang das dem kanadischen Centerspieler Levon Kendall, der freistehend unter dem Korb weit über den Korb warf und später einen Dunking-Versuch nicht im Ziel unterbringen konnte. „Es ist nicht akzeptabel, solche Würfe zu vergeben“, sagte Obradovic, „wir waren nicht bereit für das Spiel.“ In ihm schwoll der Zorn in dieser Phase an und brach im zweiten Viertel und offenbar auch in der Halbzeitpause endgültig aus ihm heraus.

Als Wohlfarth-Bottermann sein drittes Foul beging, musste er sich nach seiner Auswechslung eine längere Tirade seines Coaches anhören. Ebenso erging es Jan Jagla, der noch sich noch einige Widerworte erlaubte – was Obradovics Wutausbruch nur verlängerte. Tatsächlich konnten im ersten Abschnitt vor allem die großen Berliner Spieler nicht überzeugen, das Reboundduell gegen die Ukrainer hatten sie zur Pause (38:41) mit zwei Rebounds weniger verloren. Dabei profitierten die Berliner davon, dass der 2,16 Meter große Artem Pustovyi nach fünf Minuten Einsatzzeit mit drei Fouls vom Feld musste. Der 21 Jährige gilt als großes Centertalent und soll von einigen Klubs der US-amerikanischen Profiliga NBA beobachtet werden.

Nach der Pause zeigten die Berliner Center mehr Engagement, allen voran Leon Radosevic (15 Punkte). Mit einem 7:0-Lauf in zwei Minuten konnten die Hausherren wieder die Führung übernehmen und mit einem Vorsprung (60:56) in den letzten Abschnitt gehen. In diesen starteten die Berliner sogar noch besser. Mit einem 11:0-Lauf bekamen sie die Partie gegen den Tabellenführer der ukrainischen Liga zum ersten Mal in den Griff. Zweimal in Folge überschritten die Ukrainer die maximale Angriffszeit von 24 Sekunden – ein sicheres Zeichen dafür, dass sich Albas Verteidigung gefunden hatte. Und Reggie Redding (15 Punkte) traf nun auch mit Ablauf der Wurfuhr einen Dreier, dann übernahm David Logan (14 Punkte) in der Offensive und erhöhte auf 76:61. Der Widerstand der Gäste war gebrochen, weshalb Obradovic die Hände in den Hosentaschen vergrub und sich kaum noch aufregte. Benedikt Voigt

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