Basketball-Euroleague in Berlin : Boom mit Problemen

Krise? Welche Krise? Bei ihrem Final-Four-Turnier in Berlin feiert sich die Basketball-Euroleague an diesem Wochenende selbst. Doch ihre geplanten Neuerungen sind dem Weltverband Fiba ein Dorn im Auge.

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Die Halle am Berliner Ostbahnhof ist am Freitagabend voll, die Spiele werden in mehr als 200 Länder übertragen.
Die Halle am Berliner Ostbahnhof ist am Freitagabend voll, die Spiele werden in mehr als 200 Länder übertragen.Foto: Imago

In der Arena am Ostbahnhof scheint der seit Monaten immer weiter eskalierende Streit mit dem europäischen Verband Fiba Europe vergessen – oder zumindest verdrängt. Die Halle ist voll, die Spiele der vier aktuell besten Klubteams des Kontinents werden für  Millionen von Fernsehzuschauern in mehr als 200 Länder übertragen. Wenn es nach der Euroleague und ihrem spanischen Geschäftsführer Jordi Bertomeu geht, soll das Finalturnier in Berlin den Abschluss einer erfolgreichen Ära darstellen – und den Aufbruch in eine noch erfolgreichere.

In der kommenden Saison verschlankt sich die Liga von derzeit 24 auf dann 16 Teams. Diese sollen in einem echten Ligabetrieb mit Hin- und Rückspielen aufeinander treffen, was den Spielplan in den meisten nationalen Ligen vor große Probleme stellen wird. Der Fiba, die die Nationalteams als ihre Zugpferde stärken will, ist die Neuerung auch deshalb ein Dorn im Auge, weil sie die von ihr angestrebte Einführung von Länderspiel-Zeitfenstern nahezu unmöglich macht. „Das ist die größte Entscheidung, die wir bisher getroffen haben. Auch Streitereien werden uns davon nicht abbringen“, sagte Bertomeu in Berlin und sprach von der Vision einer „echten europäischen Liga“, die nun Gestalt annehme. In einer Broschüre wirbt die Euroleague in Berlin für ihre Neuerung und prognostiziert sich selbst einen Boom: TV-Einschaltquoten, Klickzahlen, Einnahmen für Klubs und Partner – alles werde steigen.

Drei der vier Final-Four-Teilnehmer von diesem Wochenende haben ihren Euroleague-Startplatz für die kommende Saison schon sicher. Allein Lokomotive Kuban Krasnodar wäre wohl nur als Titelträger in den Wettbewerb gerutscht. Dafür hätte der Klub im ersten Halbfinale am Freitagabend aber zuerst ZSKA Moskau besiegen müssen, ins Endspiel am Sonntag zogen aber die Moskauer durch einen 88:81-Sieg ein. Überragender Spieler war der Franzose Nando de Colo mit 30 Punkten. Im zweiten Duell setzten sich die favorisierten Istanbuler gegen das Überraschungsteam von Laboral Kutxa Vitoria mit 88:77 (72:72, 40:41) erst nach Verlängerung durch. Das Finale der besten beiden Mannschaften dieser Saison findet am Sonntag (20 Uhr) statt.
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