Basketball-Europaliga : Alba knapp an der Überraschung vorbei

Alba hält in der Europaliga gegen Tau Vitoria lange mit und verliert gegen den Spanischen Meister am Ende doch 68:73.

Helen Ruwald
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Umsonst gestreckt. Albas Rashad Wright (links) gegen Vitorias Tiago Splitter.Foto: Camera4

Die Kampfansage kam vom Videowürfel unter der Hallendecke. Dort erschien beim Stand von 52:59 im Europaligaspiel gegen das Topteam Tau Vitoria Alba Berlins verletzter Center Patrick Femerling und sagte: „Wir halten gut mit. Wir müssen ein paar Fehler abstellen. Die Halle muss Druck auf Gegner und Schiedsrichter machen.“ Dann, so Femerling, könne es doch noch klappen mit dem Sensationssieg.

Angetrieben von Berlins bestem Werfer Rashad Wright, der im letzten Viertel elf Punkte machte (17 insgesamt), kam Alba Punkt für Punkt heran. 2:21 Minuten vor dem Ende tobten die 9179 Fans sogar, so wie Femerling es sich gewünscht hatte: Durch einen Korbleger von Ansu Sesay führte Alba mit 66:65. Doch zur großen Überraschung reichte es nicht. Trotz einer starken kämpferischen Leistung verlor Alba 68:73 (41:44) und ist damit weiter Tabellenfünfter. Das Team muss sich an den letzten beiden Spieltagen noch an Fenerbahce Istanbul oder Joventut Badalona vorbeischeiben, um Platz vier zu erreichen und damit in die nächste Runde einzuziehen. Der nächsten Partie am 7. Januar in Badalona kommt damit die Bedeutung eines Endspiels zu, am letzten Spieltag kommt der Tabellenletzte Olimpija Ljubljana nach Berlin.

Zum ersten Mal verlor Alba ein Heimspiel in der Arena am Ostbahnhof

Die Niederlage machte gestern auch Albas bisher makellose Bilanz in der Arena am Ostbahnhof zunichte, bisher hatten die Berliner alle neun Heimspiele gewonnen. Unerwartet kam dies nicht, schließlich hat Vitoria den Berlinern bei der 65:106-Schmach im Hinspiel die höchste Niederlage ihrer Europapokalgeschichte beigebracht. Die Spanier standen zuletzt viermal in Folge im Final Four der Europaliga und zählen auch in dieser Saison zu den großen Titelfavoriten.

Eine „Party gegen eine der besten Mannschaften der Welt“ hatte der Hallensprecher vor Spielbeginn angekündigt. Das Spiel begann mit drei geglückten Dreiern in der ersten Minute, einer für Alba, zwei für die Gäste. Doch dann zog Tau auf 10:3 davon, Alba schien ein unerfreulicher Abend bevorzustehen. Doch die Berliner, bei denen neben Femerling auch Julius Jenkins fehlte, ließen sich nicht einschüchtern. Angetrieben von Steffen Hamann, der sieben der ersten zehn Alba- Punkte machte, gingen sie nach einer 11:2-Serie mit 14:12 in Führung. Allerdings bekam Hamann schon vor der Pause einen Schlag ins Gesicht und konnte danach nur noch sporadisch eingesetzt werden.

Vitorias Igor Rakocevic war kaum zu stoppen

Das Team von Luka Pavicevic überzeugte trotzdem nicht nur in der Verteidigung, sondern auch an der Freiwurflinie, wo sonst die große Schwäche des Teams liegt. Nach zehn Minuten lag Alba knapp 22:24 hinten und konnte auch in der Folge verhindern, dass sich Vitoria wie im Hinspiel in einen Rausch spielte. Damals hatte es nach dem ersten Viertel sogar noch unentschieden gestanden, ehe Tau den zweiten Abschnitt 34:14 gewann.

Dass es dazu gestern nicht kam, lag auch an Aleksandar Nadjfeji. Der Serbe hatte wegen einer Wadenprellung seit dem Wochenende nicht trainiert. Gestern machte er im zweiten Viertel die sechs ersten Berliner Punkte. Doch auch Taus Star Igor Rakocevic, der beste Scorer der Europaliga und des gestrigen Abends, kam bis zur Halbzeit auf zwölf Punkte (24 insgesamt) und stellte die Berliner erwartungsgemäß vor Probleme.

Die Gastgeber blieb dran, ehe eine Reihe von Unkonzentriertheiten Tau auf neun Punkte davonziehen ließ. Das Spiel schien doch noch einen deutlichen Sieger zu finden. Aber dann kam Patrick Femerlings Auftritt unter dem Hallendach und ein packender – wenn auch letztlich vergeblicher – Endspurt.

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