Basketball : Fingerzeig in Richtung Rom

Alba denkt nur noch an den Europaliga-Auftakt. Die Berliner starten am Donnerstag gegen den italienischen Vizemeister Lottomatica Rom.

Lars Spannagel
Pavicevic
Albas Coach Pavicevic gewann als Spieler dreimal die Europaliga.Foto: dpa

Berlin - Als Casey Jacobsen am Sonntag für Alba Berlin gegen Bremerhaven zu seinem dritten erfolgreichen Dreier ansetzte, reckte sein Mitspieler Ansu Sesay bereits einen Zeigefinger triumphierend in die Luft – lange bevor der Ball überhaupt in der Nähe des Korbes war. Obwohl erst ein paar Minuten gespielt waren, wusste Sesay einfach, dass Jacobsen treffen würde; Basketballer haben ein gutes Gespür dafür, wenn es läuft. Beim 98:63-Sieg lief bei den Berlinern alles, von Verunsicherung nach der ersten Saisonniederlage gegen Ludwigsburg keine Spur. „Wir sind unserer Rolle als besseres Team gerecht geworden“, stellte Albas Trainer Luka Pavicevic nüchtern fest. Lange wollte sich Pavicevic aber nicht mit der Analyse des Pflichtsiegs über Bremerhaven aufhalten, sein Blick richtete sich nach vorne, Richtung Europa.

Gegen Lottomatica Rom starten die Berliner am Donnerstag in die Europaliga, der italienische Vizemeister wird in der Arena am Ostbahnhof mit Sicherheit mehr Gegenwehr leisten als die bemitleidenswert hilflosen Bremerhavener. „Ganz ehrlich: Die Europaliga wird für dieses Team und den Verein Alba Berlin eine riesige Herausforderung“, sagt Pavicevic, der die Europaliga als Spieler mit Jugoplastika Split zwischen 1989 und 1991 dreimal in Folge gewinnen konnte. „Jetzt habe ich erstmals die Chance, auch als Trainer dabei zu sein.“ Vier Jahre hat Alba auf die Rückkehr in die höchste europäische Spielklasse gewartet, kein Wunder also, dass die Spieler schon seit längerem „mit den Hufen scharren“, wie Geschäftsführer Marco Baldi sagt. „Neben der NBA ist die Europaliga die Spielklasse, in der mit der meisten Energie gespielt wird“, sagt Pavicevic. Vielleicht seien die Partien sogar noch intensiver, weil in jedem Spiel eine Menge auf dem Spiel stehe. Gegen Bremerhaven bewiesen die Berliner, dass es ihnen zumindest gegen einen schwächeren Gegner gelingt, die Intensität über die gesamten 40 Minuten hoch zu halten und die richtige Mischung aus Konzentration in der Verteidigung und Lockerheit im Angriff zu finden.

Gegen Rom muss Alba am Donnerstag erneut diese Mischung finden. Als Indikator dafür sollte man vielleicht in den ersten Spielminuten auf Ansu Sesays Zeigefinger achten.

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