• Basketball-Gewerkschaft: Wenn Alexis referiert - Der Alba-Spieler gründet die AIPA

Sport : Basketball-Gewerkschaft: Wenn Alexis referiert - Der Alba-Spieler gründet die AIPA

Benedikt Voigt

Eigentlich ist Wendell Alexis kein Mensch, der absichtlich den Kontakt mit der Öffentlichkeit und den Medien sucht. Es muss ihm etwas schon sehr am Herzen liegen, wenn er die Berliner Presse in die Max-Schmeling-Halle lädt, sich auf das Podium setzt und mit Hilfe von drei handbeschriebenen Zetteln ein 15-minütiges Referat hält. Am Ende bedankte sich der Flügelspieler von Alba Berlin sogar bei den Journalisten für ihr Kommen.

Was Wendell Alexis so wichtig ist, ist das Bekanntmachen der neuen Spielergewerkschaft American International Players Association (AIPA). Dies ist ein Zusammenschluss von US-amerikanischen Basketballprofis, die außerhalb der USA ihr Geld verdienen. Federführendes Gründungsmitglied der neuen Basketball-Gewerkschaft ist David Rivers (Tofas Bursa), der die Türkei repräsentiert. Alba-Spieler Wendell Alexis kümmert sich um die Belange der AIPA in Deutschland. Der US-amerikanische Berliner hofft auf insgesamt 300 bis 400 Mitglieder im nächsten Jahr. Alexis erklärt: "Unser Hauptziel ist Fairness und die Durchsetzung unserer Rechte." Bei südeuropäischen Klubs ist es in der Vergangenheit immer wieder vorgekommen, dass Gehälter nicht gezahlt werden oder Spieler ohne Abfindung entlassen werden. Ein Schwerpunkt der neuen Gewerkschaft soll daher in den Ländern Griechenland, Türkei, Italien, Frankreich und Spanien liegen. Einheitliche Verträge, Rechtsberatung, Krankenversicherung, die Einhaltung von zugesicherten Leistungen wie Auto oder Wohnung, die Versorung der Kinder, das alles sind Punkte um die sich die AIPA künfig kümmern will. 1000 Dollar kostet aktive Spieler die einmalige Aufnahmegebühr, der Jahresbeitrag beträgt 50 Dollar. Neben den Serviceleistungen plant die AIPA auch ein All-Star-Spiel in den USA, das dort live übertragen werden soll. Die US-amerikanischen internationalen Basketballer wollen auch mit den nationalen Spielergewerkschaften, sowie der Spielergewerkschaft der nordamerikanischen Profiliga NBA zusammenarbeiten.

"Man hört immer wieder Geschichten von anderen Spielern", erzählt Alexis. Der US-Amerikaner hat in der Vergangenheit mit der unseriösen Praxis einiger Vereine selber Bekanntschaft gemacht. "Ich sollte immer noch Geld von zwei Vereinen aus Italien kriegen", erzählt Alexis, "die haben mich immer noch nicht bezahlt." Bei Alba Berlin hat er eine derartige Erfahrung nicht gemacht. "Alba ist ein Beispiel, wie die Dinge sein sollten", lobt Alexis.

Ob er bei diesem Klub bleiben wird, konnte Alexis noch nicht sagen. "Da müssen erst andere Entscheidungen getroffen werden." Angebote von anderen Klubs habe er jedenfalls nicht, mit seinem Agenten aus Kalifornien habe er noch nicht gesprochen. Ein Journalist hatte gehört, dass Alexis aus Berlin weggehe. "Ja", antworteteder Flügelspieler lachend, "in den Urlaub."

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