Basketball : Göttingens Chaos besiegt Albas Ordnung

Nach zuletzt acht Bundesligasiegen in Folge verlor Alba auch, weil im Rebound der Biss und im Angriff die Kreativität fehlte. Neuzugang Jurica Golemac hatte nach seiner sehr kurzen Eingewöhnungszeit in knapp neun Minuten auf dem Feld sichtbar Mühe, ins Spiel zu finden.

Lars Spannagel

Berlin - Albas Geschäftsführer Marco Baldi sprach dem Trainer ein hohes Lob aus: „Sein Talent ist, dass er ein klares Konzept hat, für das er die passenden Spieler holt und es dann gnadenlos durchzieht.“ Das trifft in der Tat perfekt auf Alba Berlins Coach Luka Pavicevic zu – Baldi meinte allerdings den Trainer des Gegners. John Patrick hatte mit seinen Göttingern Alba gerade mit 86:82 (42:39) die erste Heimniederlage beigebracht, sein Konzept hatte das seines Gegenübers an diesem Tag besiegt.

Während Pavicevic auf Ordnung und Struktur setzt, veranstaltet Patricks Mannschaft besonders in der Defensive ein zünftiges Chaos. Die kleinen, wuseligen Spieler der Göttinger versuchen immer, Pässe des Gegners zu stören und Ballverluste zu erzwingen. „Gegen Göttingen muss man immer hellwach sein“, sagte Baldi. „Das waren wir heute nicht.“ Nach zuletzt acht Bundesligasiegen in Folge verlor Alba auch, weil im Rebound der Biss und im Angriff die Kreativität fehlte. Neuzugang Jurica Golemac hatte nach seiner sehr kurzen Eingewöhnungszeit in knapp neun Minuten auf dem Feld sichtbar Mühe, ins Spiel zu finden. „Göttingen ist der denkbar schlechteste Gegner, um neu in ein Team zu kommen“, gab Baldi zu. „Man hat von Anfang an gesehen: Die sind nicht gekommen, um mal zu gucken, was heute so geht. Die wollten gewinnen.“

Die Gäste schienen sich in der Arena am Ostbahnhof äußerst wohl zu fühlen. Nach dem Sieg gegen den großen Favoriten versammelten sie sich in einer Jubeltraube im Mittelkreis, John Patrick mittendrin. „Es war eine tolle Atmosphäre. Ich bin stolz auf meine Mannschaft“, sagte Patrick. Aufbauspieler Taylor Rochestie hatte kurz zuvor den entscheidenden Wurf für sein Team getroffen – einen wilden Dreier aus dem Dribbling, gleich zu Beginn des Angriffs. Ein Wurf, der in Pavicevics System nicht vorgesehen ist und den wohl kein Alba-Spieler überhaupt zu versuchen gewagt hätte. Lars Spannagel

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