• Basketball: Henning Harnisch über das US-Dream-Team von 1992: "Es war wie im Videospiel"

Basketball : Henning Harnisch über das US-Dream-Team von 1992: "Es war wie im Videospiel"

Alba Berlins Sportdirektor Henning Harnisch erinnert sich an das US-Team von 1992 um Michael Jordan.

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Henning Harnisch ist Sportdirektor von Alba Berlin.Foto: promo

Herr Harnisch, 1992 spielten Sie in Barcelona mit der deutschen Mannschaft in der Vorrunde gegen das amerikanische Dream-Team. Mit welchem Ziel sind Sie in das aussichtslose Spiel gegangen?



Es gab kein konkretes Ziel. Die Amerikaner waren so irre weit weg. Ich weiß gar nicht mehr, ob wir am Ende mit 60 oder 70 Punkten verloren haben.

Es waren 43.

So wenige? Wir waren jedenfalls ziemlich ratlos vor dem Spiel. Gegen solche Stars tritt man ohne Selbstvertrauen an. Einige von uns haben – wie fast alle Basketballer in Barcelona – sogar Fotos von den Amerikanern gemacht.

Wie lief das Spiel ab?

Ehrlich gesagt kann ich mich kaum daran erinnern. Rein körperlich musste man keine Angst haben. Michael Jordan ist 1,98 Meter groß, das ist für Basketballer nicht gerade Furcht einflößend.

Was war es dann?

Spieler wie Jordan, Magic Johnson oder Larry Bird umgab eine Aura: Die wussten, dass sie die Besten sind. Es war so, als würde man gegen seine Helden aus einem Videospiel antreten.

Sie haben immerhin acht Punkte gemacht.

Echt? Aber wir haben uns gefühlt wie die Washington Generals – die Show-Basketballer, die immer gegen die Harlem Globetrotters verlieren müssen. Man fügt sich einfach in die Niederlage.

Mit Kobe Bryant oder LeBron James hat auch das aktuelle US-Team Spieler, die etwas Besonderes ausstrahlen. Könnte mit ihnen die alte amerikanische Dominanz im Weltbasketball zurückkehren?

Das sage ich Ihnen jetzt mit dem neu gewonnen Selbstbewusstsein des europäischen Basketballs: Diese Zeiten sind definitiv für immer vorbei.

Das Gespräch führte Lars Spannagel.

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