Basketball : Johannes Herber spielt nicht mehr für Alba

Er will doch nur spielen: Johannes Herber verlässt Alba Berlin nach einer "unbefriedigenden" Saison, Dragan Dojcin bleibt.

Lars Spannagel
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Nummer fünf gibt auf. Für Herber war kein Platz in Albas Rotation.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Alba Berlins Geschäftsführer Marco Baldi hatte einige Personalentscheidungen für den Wochenanfang angekündigt. Insofern kam die Mitteilung über die Vertragsverlängerung mit dem Serben Dragan Dojcin am Montag wenig überraschend. Erstaunlicher war aber der zweite Teil der Nachricht: Johannes Herber verlässt Alba, der Klub und der deutsche Nationalspieler einigten sich auf eine Auflösung seines eigentlich bis Saisonende gültigen Vertrages. Direkt nach dem Ausscheiden im Play-off-Halbfinale hatte Herber noch beteuert, er wolle den Konkurrenzkampf bei Alba annehmen.

„Ausschlaggebend war , dass ich eine Situation wollte, in der ich weiß, dass ich spiele“, sagt Herber. „Die letzte Saison war sehr unbefriedigend.“ Der 26-Jährige war von Trainer Luka Pavicevic in der vergangenen Spielzeit kaum eingesetzt worden, einen neuen Klub hat er nach eigenen Angaben noch nicht. Knapp zwei Monate vor dem Saisonstart sah Herber, der sich zurzeit mit der Nationalmannschaft auf die EM vorbereitet, nun keine Perspektive mehr in Berlin. „Luka Pavicevic hat mir gesagt, dass Alba Ersatz für Casey Jacobsen sucht“, sagt Herber. „Und ich weiß ja, wie die Rotation in der letzten Saison aussah.“

Hinter den US-Amerikanern Julius Jenkins, Immanuel McElroy und Jacobsen blieb Herber nur der Platz auf der Bank. „Johannes hatte bei uns zum Teil eine sehr unglückliche Zeit“, sagt Marco Baldi. Mehrere schwere und leichtere Verletzungen hatten Herber immer wieder zurückgeworfen, zuletzt hatte Baldi aber gesagt, auf Herbers Flügelposition gebe es keinen Handlungsbedarf für Alba. Das hört sich nun anders an. „Wir planen immer mit sieben Außenspielern“, sagt Baldi. Bislang hat Alba in Steffen Hamann, Philip Zwiener, Oskar Faßler, McElroy und Jenkins fünf davon unter Vertrag – ein Aufbauspieler und ein Flügel müssen also noch kommen. Mit Deutschen werden die beiden vakanten Positionen wohl nicht besetzt werden, auch wenn die Berliner in der kommenden Saison pro Spiel vier deutsche Spieler melden müssen und in Herber einen verlieren. „Es steht nicht auf dem Plan, dass wir unbedingt noch einen deutschen Spieler holen“, sagt Baldi.

Auf den großen Positionen wird Alba ebenfalls noch handeln, obwohl Dragan Dojcin zurückkehrt. Der 33-jährige Serbe unterschrieb einen Einjahresvertrag. Dojcin ist ein harter Arbeiter, der sich vor allem in der Defensive auszeichnet, in der Bundesliga in der vergangenen Saison aber gerade einmal drei Punkte im Schnitt erzielte. „Ich habe schon bei vielen Klubs gespielt, aber Berlin ist in allen Belangen meine beste Station“, sagte Dojcin.

Auch Herber ist der Abschied von Alba trotz der vielen Rückschläge nicht leichtgefallen. „Es waren drei gute Jahre in Berlin“, sagt er, fügt jedoch gleich hinzu: „Mir war aber wichtig, dass ich spiele.“

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