Basketball : Keine Kontrolle

Tabellenführer Alba Berlin verliert das Heimspiel in der Basketball-Bundesliga gegen die starken Skyliners Frankfurt mit 70:76.

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Berlin - Der sonst so gestenreiche Luka Pavicevic wusste ausnahmsweise mal nicht wohin mit seinen Händen. Gerade hatte Alba Berlins Trainer mitansehen müssen, wie erst Derrick Byars einen freien Dunking nicht im Korb hatte unterbringen können, kurz darauf verfehlte Philip Zwiener mit einem Dreipunktwurf das Ziel um fast einen Meter. Als dann auch noch Julius Jenkins nicht einmal den Ring traf, fiel Pavicevic doch noch eine Geste ein, die das Geschehen angemessen würdigte: Er kratzte sich am Kopf. Im Spiel gegen die Frankfurt Skyliners gab es am Samstagabend einiges, mit dem der Basketball-Perfektionist Pavicevic nicht zufrieden sein konnte, am Ende verlor der Bundesliga-Tabellenführer gegen die als Tabellenfünfter angereisten Hessen 70:76 (29:37). „Wir hatten das Spiel heute nie unter Kontrolle“, sagte Pavicevic. „Frankfurt hatte im Angriff einen komfortablen Abend.“

Bis zum Stand von 16:10 für die Gastgeber war Alba gut im Spiel. Dann aber schlichen sich immer mehr Unkonzentriertheiten ins Spiel der Berliner ein, immer weiter nach außen ließen sie sich im Angriff zurückdrängen, Frankfurt glich bis zum Ende des ersten Viertels aus. Als die Teams nach der ersten Pause zurück aufs Feld kamen, bildeten die fünf Alba-Spieler einen Kreis, um sich gegenseitig noch einmal anzufeuern. Doch es waren die Frankfurter, die die erste Hälfte dominierten. Mit einer 11:0-Serie setzten sie sich ab, immer wieder rannten sie den Berlinern mit Schnellangriffen einfach davon. Alba gelang fast fünf Minuten lang kein Punkt, zur Pause stand es 37:29 für die Gäste aus Frankfurt.

Alba zu Beginn der zweiten Hälfte stark

Zum Beginn der zweiten Hälfte bewies der Berliner Kapitän Julius Jenkins, dass er nicht gewillt war, sich in seinem 200. Spiel für Alba vorführen zu lassen. Jenkins traf sofort einen Dreier – am Ende war er mit 19 Punkten bester Werfer der Partie –, seine Mitspieler ließen drei weitere folgen, innerhalb von fünf Minuten hatten die Berliner das Spiel zum 46:46 ausgeglichen. Ohne den noch nicht wieder genesenen Spielmacher Rashad Wright fehlte allerdings die ordnende Hand im Berliner Angriff: Kaum einmal gelang es den Gastgebern, ihre großen Spieler nahe am Korb in Szene zu setzen. Stattdessen flogen insgesamt 35 Dreipunktewürfe auf den Frankfurter Korb – allein Dragan Dojcin versuchte es zehn Mal aus der Distanz. „So viele Dreier zu werfen, ist immer der falsche Weg“, sagte Pavicevic, dessen Team zwölfmal aus großer Entfernung traf.

Bis zum Stand von 60:59 hielt Alba das jetzt packende Spiel vor 10 276 lautstarken Zuschauern offen, dann erzielte Frankfurt acht schnelle Punkte und setzte sich ab. Angetrieben vom Publikum kämpfte sich Alba erneut heran. Als Derrick Byars 23 Sekunden vor Schluss – natürlich per Dreier – auf 70:72 verkürzte, standen nicht nur die Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof vor ihren Sitzen, auch die Auswechselbank der Berliner war aufgesprungen. Doch im Gegenzug entschieden die Schiedsrichter in einer strittigen Szene auf Foul am Frankfurter Pascal Roller, Immanuel McElroy hatte dem ehemaligen deutschen Nationalspieler den Ball scheinbar sauber aus der Hand geschlagen. Roller ließ sich vom Pfeifkonzert der Berliner Fans nicht stören und entschied das Spiel mit zwei verwandelten Freiwürfen. Ein letzter Verzweiflungswurf von Byars verfehlte das Ziel, im Gegenzug stellte Frankfurts bester Werfer Derrick Allen den Endstand her.

Während die Gäste feierten, schlichen die Berliner mit leeren Gesichtern vom Platz. Bis zum Mittwoch, wenn Alba im Viertelfinal-Hinspiel des Eurocups bei Hapoel Jerusalem antritt, haben sie nun Zeit, die Niederlage zu verdauen.

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