Basketball : Köln 99ers: Noch zwei Wochen Hoffnung

Die insolventen Köln 99ers treten am Mittwoch zum Pokalspiel bei Alba Berlin an – ihre Zukunft ist weiterhin offen.

Christiane Mitatselis[Köln]
Basketball
Trauer: Die Fans der Köln 99ers bangen um die Zukunft ihres Klubs. -Foto: dpa

An den Karnevalstagen befindet sich Köln alljährlich im schunkelnden Ausnahmezustand – es wird in erster Linie gefeiert und so wenig wie möglich gearbeitet. Eine Ausnahme machten diesmal die Chefs des insolventen Basketball-Bundesligisten Köln 99ers. Da sie mit allen Kräften um das Überleben des Klubs kämpfen, führten sie am Karnevals-Wochenende ohne Unterlass Rettungs-Gespräche mit möglichen Geldgebern. Am Abend des Rosenmontags vermeldeten sie einen kleinen Erfolg: In den nächsten zwei Wochen können die Köln 99er ihre Spiele bestreiten und somit auch am Mittwochabend (19.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle) im Pokal-Achtelfinale bei Alba Berlin antreten. Die von Insolvenzverwalter Norbert Heimann geforderte Summe von 150 000 Euro kam zwar, wie Manager Jens Brämer sagt, „nicht ganz“ zusammen. „Aber wir können die nächsten zwei Wochen darstellen.“ Eine Entscheidung darüber, ob die Kölner die Saison zu Ende spielen können, fällt spätestens am 18. Februar – bis dahin müssen die 99ers etwa 1,5 Millionen Euro gesammelt haben. Das ist exakt die Summe, die Mäzen Herbert Zimmer vor seinem Rückzug vor zwei Wochen jährlich in den Klub gepumpt hatte.

Nichts ist momentan gewiss, Prognosen über den Verlauf der näheren Zukunft vermag kein Vertreter der 99ers abzugeben. Brämer kann nicht einmal genau skizzieren, wie die Kölner Mannschaft in den nächsten Tagen aussehen wird. Er sagt nur so viel: „Es kann sein, dass wir Leute abgeben müssen.“ Es sei sogar möglich, fügt er hinzu, dass Topspieler – etwa Immanuel McElroy, Toby Bailey oder Aleksandar Nadjfeji, den Klub noch vor der Pokal-Partie in Berlin verließen. Vielleicht sogar Richtung Berlin, Alba ist schließlich seit geraumer Zeit auf der Suche nach Verstärkung. „Bei uns hat noch kein Verein um Freigabe gebeten, aber das kann schnell gehen“, sagt Brämer, der aber ausschließt, den Rest der Spielzeit mit einem nicht konkurrenzfähigen Jugendteam zu absolvieren. „Wir haben Zusagen von Spielern, mit denen wir eine wettbewerbsfähige Mannschaft aufstellen können.“ Um teure Gehälter einzusparen und das Überleben so möglich zu machen, würden die Kölner aber wohl sogar gern auf ein Stück Spielstärke verzichten.

Ob die Klub-Rettung so gelingt, ist derzeit völlig offen. Brämer will die nächsten zwei Wochen nutzen, „um die Pläne und Perspektiven der 99ers weiter darstellen zu können und an einem mittel- und langfristigen Konzept für den Kölner Basketball zu arbeiten.“ Soll heißen: Falls sich ein Sponsor findet, der bereit ist, die 1,5 Millionen Euro zu investieren, dann würde er das sicher nicht tun, um den Spielbetrieb nur bis zum Saisonende zu ermöglichen, sondern um den Verein auch danach zu fördern. „Darum geht es uns und darum kämpfen wir, um eine langfristige Perspektive“, sagt Jens Brämer.

Zumindest ein positives Signal hat der Manager bereits erhalten, von Anton Bausinger, dem Eigentümer der Kölner Spielstätte Energy Dome. Eigentlich würde der Hallen-Mietvertrag Ende der Saison auslaufen, Bausinger würde ihn jedoch um ein Jahr verlängern. Und für die Zeit danach stellte der Bauunternehmer den Basketballern sogar den Bau einer größeren Halle in Aussicht.

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