Basketball : Lange Sperren nach Massenschlägerei

NBA-Topscorer Carmelo Anthony muss nach seinen Faustschlägen in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga 15 Spiele aussetzen. Insgesamt verhängte die NBA gegen sieben Spieler Strafen.

New York - Die Spieler waren an einer Massenschlägerei im Meisterschaftsspiel zwischen den Denver Nuggets und den New York Knicks (123:100) im Madison Square Garden beteiligt. Die Clubs müssen zudem eine Geldstrafe von 500.000 US-Dollar zahlen.

Die Strafen gegen Denver-As Anthony, bis dato mit im Schnitt 31,6 Punkten bester Scorer der NBA, war die sechsthärteste in der Liga-Geschichte. Spielen darf er erst wieder am 20. Januar 2007. Anthony kann gegen seine Sperre Berufung einlegen. Am drastischsten war vor zwei Jahren Ron Artest bestraft worden, der nach einer Schlägerei im Spiel Indiana Pacers - Detroit Pistons 73 Spiele aussetzen musste.

"Die NBA und seine Spieler stehen für herausragende Fähigkeiten, Athletik und Würde. Sie setzen ein Beispiel, ob gut oder böse, für die gesamte Basketball-Welt, auf und neben dem Spielfeld", sagte NBA-Commissioner David Stern. Er prophezeite Spielern, die ihre Nerven nicht im Zaum haben, "keine lange Karriere" in der NBA. Neben Anthony wurden auf Seiten der Nuggets J.R. Smith für zehn Spiele und Nene Hilario für ein Match gesperrt. Diese Strafe saß er bereits am Montagabend beim 117:108-Erfolg über die Washington Wizards ab.

Zehn Spiele Sperre für Nate Robinson

Bei den Knicks erwischte es Nate Robinson mit zehn Spielen am härtesten. Mardy Collins, dem Anthony einen Faustschlag verpasst hatte, wurde für sechs Partien, Jarred Jeffries für vier Spiele und Jerome James für ein Spiel aus dem Verkehr gezogen. Die Knicks sorgten dennoch am Montag mit dem 97:96 nach Verlängerung gegen Top-Mannschaft Utah Jazz für eine Überraschung.

Ungeschoren kam Isiah Thomas davon. Der Knicks-Coach hatte just nach Spielende Gegenüber George Karl unterstellt, die Situation provoziert zu haben, weil dieser trotz hoher Führung seine beste Formation aufs Feld geschickt habe. "Was Isiah da gemacht hat, ist verachtenswert", kommentierte Karl nun die Aussagen seines Kollegen.

Anthony hatte unterdessen vor dem Urteilsspruch sein Verhalten zutiefst bereut. "Ich entschuldige mich bei den Fans, den Denver Nuggets, der NBA, meiner Mutter und meiner Familie, ihnen eine solch peinliche Situation bereitet zu haben", hatte er am Sonntagabend mitgeteilt. Der Gedanke, Tausende Kinder hätten den Vorfall im TV gesehen, tue weh. "Das ist nicht das Beispiel, das ich sein wollte." (tso/dpa)

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