Basketball : Ohrfeige für die Liga

Benedikt Voigt sieht endlich den Basketball-Nachwuchs spielen. Bei der EM spielen genau jene Nachwuchsspieler, denen die Bundesliga und ihre Vertreter nicht zugetraut haben, sich in den Bundesligaklubs durchzusetzen.

Benedikt Voigt

Auch wenn die deutschen Basketballer gegen Lettland verloren haben: Dass sie trotzdem die Zwischenrunde bei der Europameisterschaft erreicht haben, ist ein gerechter Lohn. Denn kaum ein Experte hat dieser Mannschaft ohne den NBA-Helden Dirk Nowitzki zugetraut, dass sie gegen die mit fünf NBA-Spielern angetretenen Franzosen nur so knapp verlieren würden. Und ebenso wenige, dass sie Europameister Russland bezwingen würde. Kaum einer kannte ja einige der jungen Nationalspieler, wie auch? Lucca Staiger, Robin Benzing und Elias Harris haben in Deutschland lediglich in den Zweiten Ligen, Pro A oder Pro B, gespielt. Die Bilanz dieser drei Basketballer lautet: EM-Spiele drei, Bundesliga-Spiele null.

Die Ergebnisse der Nationalmannschaft aus Polen sind daher auch eine Ohrfeige für die Basketball-Bundesliga. Bei der EM spielen genau jene Nachwuchsspieler, denen die Bundesliga und ihre Vertreter nicht zugetraut haben, sich in den Bundesligaklubs durchzusetzen. Die Qualität des deutschen Nachwuchses sei zu schlecht, war als Grund für die vielen Ausländer in der Bundesliga angeführt worden. Und nun sind es genau diese Spieler, die Russland schlagen. Robin Benzing mit seinem Dreipunktewurf, Lucca Staiger mit zwei verwandelten Freiwürfen.

Die EM in Polen zeigt, dass nicht stimmt, was die Basketball-Bundesliga in den vergangenen Jahren erzählt hat. Der deutsche Basketball-Nachwuchs hat seine Qualitäten. Er hat nur nie eine solche Chance bekommen wie jetzt im Nationalteam.

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