Basketball : Rödl: ''Da ist viel Herzblut dabei''

Albas Ex-Trainer Henrik Rödl war seit 1993 an allen 13 Titelgewinnen der Berliner beteiligt. Jetzt ist er Nachwuchschef.

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Henrik Rödl -Foto: dpa

Herr Rödl, Alba Berlins Profis sind im Trainingslager in Slowenien, Sie sind mit Jugendlichen aus dem Nachwuchsbundesliga-Team auf Fehmarn. Vom Bundesliga-Cheftrainer zum Nachwuchscoach und Sportlichen Leiter des Jugendprogramms – ein deutlicher Abstieg.

Wenn ich es als Abstieg empfinden würde, würde ich es nicht machen. Das ist ein ganz anderer, wertvoller Bereich. Wir haben eine vorbildliche Jugendarbeit. Das ist nicht nur ein PR-Gebilde, da ist viel Herzblut dabei. Die Leute jammern, dass es in Deutschland keine Talente gibt, und wenn dann einer etwas tut, wundern sie sich. Wenn dem einen oder anderen das Verständnis für diesen Schritt fehlt, muss ich damit leben.

Gab es denn keine Alternativen?

Nicht, um als Cheftrainer in Deutschland zu arbeiten. Es war alles besetzt. Ich wollte nicht drei oder fünf oder 24 Monate auf ein Angebot warten. Hier habe ich die Chance, etwas Neues aufzubauen. Irgendwann dachte ich, das ist ein Muss, dass ich das mache.

Ist es nicht problematisch, mit denselben Personen, von denen Sie entlassen worden sind, weiter zusammenzuarbeiten? Begegnet man sich noch auf Augenhöhe?

Es sind Emotionen dabei, so etwas geht nicht spurlos an einem vorbei. Aber ich habe Abstand gewonnen und das Verhältnis zwischen mir und Alba ist so, dass es möglich ist, weiter zusammenzuarbeiten. Ich habe von den Verantwortlichen Begeisterung und Zuspruch gespürt für meine künftige Aufgabe.

Was für Ihr besonderes Verhältnis zu Alba spricht ...

Natürlich. Ich bin seit 14 Jahren bei Alba. Berlin ist meine Stadt, dieser Verein ist meine Sache. Wenn mein Nachfolger Luka Pavicevic in einem Jahr nicht mehr Trainer wäre, ist das etwas ganz anderes.

Die Arbeit als Jugendtrainer ist nicht neu für Sie.

Seit ich 2004 Trainer bei Albas Kooperationspartner TuS Lichterfelde war, ist das Jugendprogramm deutlich gewachsen, der Aufgabenbereich hat sich geändert. Ich bin nicht nur Trainer, sondern für das ganze Programm verantwortlich.

Was gehört noch zu Ihren Aufgaben ?

Ich werde mich um die Trainerfortbildung und um Basketball-Camps kümmern, die Alba auch in Brandenburg anbietet. Außerdem werde ich zwei der vielen Basketball-Arbeitsgemeinschaften leiten, die der Verein an Schulen betreut.

Gehört der Cheftrainer Henrik Rödl endgültig der Vergangenheit an?

Ich schließe es gar nicht aus, irgendwann wieder etwas anderes zu machen. Das ist jetzt ein Anfang, ich werde sehen, ob es eine ganz langfristige Sache wird.

Das Gespräch führte Helen Ruwald.

Henrik Rödl, 38, war seit 1993 an allen 13 Titelgewinnen von Alba Berlin beteiligt. Nach seiner Entlassung als BundesligaCheftrainer ist er nun Sportlicher Leiter des Jugendprogramms.

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