Basketball : Übungsstunde mit Nowitzki

Die deutschen Basketballer besiegen China 88:55 und profitieren von ihrem NBA-Star. Dirk Nowitzki bediente seine Fans und lieferte ein starkes Spiel.

Benedikt Voigt[Hamburg]

HamburgDas gibt es nur selten in Deutschland anlässlich eines Basketballspiels. Vor einer Halle, die mehr als 10 000 Zuschauer fasst, stehen Menschen mit Pappschildern, auf denen geschrieben steht: Suche Karten. So gesehen gestern vor der Color-Line-Arena in Hamburg. Beim 88:55 (44:22) der deutschen Nationalmannschaft im Testspiel gegen China gab es allerdings für die 10 433 Zuschauer aber auch etwas Besonderes zu sehen: Den wertvollsten Spieler der vergangenen NBA-Saison, Dirk Nowitzki.

Der deutsche Basketballstar bestritt in Hamburg sein erstes Spiel seit dreieinhalb Monaten, seit er mit den Dallas Mavericks überraschend schon in der ersten Runde der Play-offs gescheitert war. Nowitzki überzeugte gestern mit 17 Punkten in 22 Minuten. Es war dem 29-Jährigen kaum anzumerken, dass er erst zwei Tage zuvor zur Mannschaft gestoßen ist. Doch Nowitzki spielt mit seinen Teamkollegen zum Teil bereits seit Jugendzeiten zusammen, er muss sich nicht groß Eingewöhnen.

In der Halle hielt sich sogar noch ein zweiter NBA-Star auf. Yao Ming, Centerspieler der Houston Rockets, saß in einem sandfarbenen Anzug hinter der Bank der chinesischen Mannschaft. Der an der Schulter verletzte Chinese hat seinen Hochzeitsurlaub in Innsbruck unterbrochen, um sein Team zu besuchen. Dieses hätte ihn gut gebrauchen können, so chancenlos war es gegen die deutsche Nationalmannschaft. Obwohl sich die Chinesen in derselben Besetzung seit Monaten für die Olympischen Spielen 2008 einspielen, häuften sich schon in der ersten Halbzeit Passfehler und Fehlwürfe.

Ganz anders die deutsche Mannschaft. Trainer Dirk Bauermann gab mit der Startaufstellung bereits einen Hinweis, auf wen er bei der EM in Spanien (3. bis 16. September) vertrauen wird. Neben Nowitzki durften auch Patrick Femerling, Ademola Okulaja, Demond Greene und Steffen Hamann beginnen. Sie verschafften der deutschen Mannschaft schnell einen komfortablen Vorsprung. Als Dirk Nowitzki zum 13:3 traf, musste Jonas Kazlauskas, Chinas litauischer Nationaltrainer, die erste Auszeit nehmen.

Dann wechselte Bauermann die übrigen Nationalspieler ein. Von seinen 16 Spielern wird der Bundestrainer vor der EM noch vier aussortieren, weshalb es gestern für einige Spieler auch darum ging, sich zu empfehlen. Von den wackligen Kandidaten hinterließ in der ersten Halbzeit Johannes Herber einen guten Eindruck. Der Flügelspieler von Alba erzielte acht Punkte, darunter zwei Dreier.

In der zweiten Halbzeit durfte dann Julian Sensley zwei Showeinlagen geben. Nach einem Alley-Hoop-Anspiel und einem Dunking erzielte der Flügelspieler einige spektakuläre Punkte. Am Ende hatte er wie Steffen Hamann 12 Punkte erzielt, Auch Pascal Roller kam gegen Spielende zu ein paar guten Szenen. Der Sieger der Partie war längst gefunden. In Spanien wird das deutsche Team auf weitaus leistungsstärkere Gegner treffen, doch bis dahin wird weiter geübt. Zum Beispiel am Sonntag in Mannheim (15 Uhr, live im DSF). Dann geht es erneut gegen China.

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