Basketball : Um Ulm herum

Alba fliegt zu drei Auswärtsspielen quer durch Europa, heute spielen die Berliner in Istanbul.

Lars Spannagel

Berlin - Luka Pavicevic kommt seine Arbeit momentan „ein bisschen wie in der NBA“ vor. Damit meint Alba Berlins Trainer allerdings weder Albas neue Heimhalle am Ostbahnhof noch die Qualität seiner Mannschaft. Pavicevic hat sich am Mittwoch mit seinen Spielern auf eine achttägige Rundreise in Sachen Basketball begeben (siehe Kasten) – ganz wie es Mannschaften in der amerikanischen Profiliga zu tun pflegen. „Normalerweise kommt man in Europa immer zwischen den Spielen nach Hause“, sagt Pavicevic. Am heutigen Donnerstag treten die Berliner zum ersten von drei Spielen auf der Reise an: Im zweiten Spiel der Europaliga-Gruppenphase sind sie um 19.15 Uhr beim Türkischen Meister Fenerbahce Istanbul zu Gast.

Alba ist mit dem 68:63-Sieg vor einer Woche gegen Lottomatica Rom optimal in die Europaliga gestartet, Istanbul verlor sein Auftaktspiel im spanischen Vitoria – Albas dritter Station der Reise – mit 70:80. „Der Heimsieg gegen Rom war sehr wichtig für uns, wir konnten eine echte Verbindung zu unserem Publikum aufbauen“, sagt Pavicevic. „Aber alles, was in dem Spiel passiert ist, liegt jetzt hinter uns.“ So hat auch Julius Jenkins seine allergische Reaktion, die ihn in der zweiten Hälfte gegen Rom außer Gefecht setzte, überwunden. Bei Alba geht man davon aus, dass der allergische Schub von den Trikots ausgelöst wurde, die erst wenige Stunden vor Spielbeginn angeliefert worden waren und deshalb von den Spielern ungewaschen angezogen werden mussten.

Gegen Lottomatica übernahmen insbesondere Immanuel McElroy und Casey Jacobsen Jenkins’ Spielzeit und die Verantwortung, die sonst er bei Alba trägt. Besonders überrascht war Jenkins von der starken Leistung seiner amerikanischen Landsleute aber nicht. „Ich weiß ja, dass die beiden mindestens genauso gut sind wie ich“, sagt Jenkins. „Wenn nicht sogar besser.“ Seine Rückkehr wird Alba trotzdem helfen und die Last besonders in der Offensive besser verteilen.

Luka Pavicevic ist trotzdem mit gemischten Gefühlen ins Flugzeug gestiegen. Ihm gefällt es nicht, dass er zwischen Flughafen und Hotel kaum mit der Mannschaft arbeiten und sie auf den nächsten Gegner einstellen kann. Auch Aufbauspieler Steffen Hamann freut sich nicht gerade auf die kommenden Tage: „Es kann schon sein, dass einen die Reisestrapazen ein bisschen runterziehen.“

Mit Fenerbahce und Tau Vitoria tritt Alba bei zwei Mitfavoriten der Europaliga an, auch das Spiel dazwischen beim aktuellen Bundesliga-Tabellenvierten in Ulm wird kein Selbstläufer. Luka Pavicevic lässt aber keine Ausreden gelten: „Ich erwarte, dass wir die Reise in jeder Hinsicht verkraften.“ Wie schon gegen Rom wird Alba auch in Istanbul Größenprobleme bekommen, Fenerbahces Trainer Bogdan Tanjevic konnte sich mit den Sponsorengeldern des türkischen Süßwarenkonzerns Ülker eine hochkarätige Mannschaft zusammenstellen. Einen Fehlstart mit zwei Niederlagen zum Beginn der Europaliga wird der Traditionsklub auf jeden Fall verhindern wollen, zudem erwartet die Berliner im Sportpalast Abdi Ipekci von Istanbul eine fanatische Atmosphäre. Julius Jenkins hat trotzdem ein klares Ziel für den Betriebsausflug: „Wir fliegen los, um mit drei Siegen wiederzukommen.“

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