Sport : Basketball: Wie beim Quartettspielen

Benedikt Voigt

Dass die Suche nach dem richtigen Namen nicht immer einfach ist, das wissen nicht nur die Eltern von neugeborenen Kindern. Der Basketball-Weltverband Fiba beauftragte eigens eine Marketing-Agentur, um nach einem geeigneten Namen für die Liga zu fahnden, die einst unter der Bezeichnung "Europaliga" firmierte. "Es gab vier oder fünf andere Ligen mit diesem Namen in Europa", erklärt Fiba-Pressesprecher Florian Wanninger, "wir wollten eine eigenständige Marke entwickeln und konnten den alten Namen nicht schützen." Es dauerte dann noch etwas länger als das Kinderkriegen, nämlich ein Jahr, bis die Fiba den neuen Namen wusste: SuproLeague. Kurioserweise gründeten nur drei Monate später zumeist südeuropäische Vereine unter der Bezeichnugn Uleb eine eigene europäische Liga. Der Suche nach dem Namen dauerte auch nicht lange: EuroLeague.

Nun existieren also zwei Kinder, SuproLeague und EuroLeague. Welcher der beiden Wettbewerbe überlebensfähiger ist, oder ob beide nebeneinander existieren können, wird sich ab heute herausstellen. Von den deutschen Basketball-Teams starten Alba Berlin und Bayer Leverkusen in der SuproLeague, während die Opel Skyliners in der EuroLeague bei den London Towers spielen. "Wir glauben, dass wir das bessere Produkt haben", sagt Fiba-Sprecher Wanninger. Das freilich behauptet die Uleb auch.

Es ist wie mit Kindern beim Quartettspielen. Jeder will den anderen mit Zahlen übertrumpfen. "Elf Landesmeister und drei von vier Final-Four-Teams des letzten Jahres - top", könnte die Fiba sagen. Die Uleb hingegen kann die Karte mit dem Eurosport-Fernsehvertrag spielen. "Das ist ein wunder Punkt", gibt Wanninger zu, denn die Vermarktungsagentur ISL fand für Übertragungen der SuproLeague zwar Fernsehsender in Asien oder Afrika, aber noch keinen in Deutschland oder Schweden. "Aber wir sind guter Hoffnung, dass wir einen Partner finden", sagt der Fiba-Sprecher. Kurioserweise verkaufte der Weltverband das Spiel des schwedischen Klubs Lulea gegen Leverkusen in voller Länge an einen Sender, der aus keinem der beiden Länder stammt.

Bei Alba Berlin ist man froh, sich für die SuproLeague entschieden zu haben. "Wir haben mit 18 garantierten Spielen einen richtigen Ligaspielbetrieb", sagt Vizepräsident Marco Baldi. Zum anderen habe es bei der Uleb im Sommer noch "erhebliche Unsicherheiten" gegeben. Die Entscheidung für die etabliertere Liga wurde Alba erleichtert. Die Fiba zahle nahezu eine Million Mark pro Saison, heißt es. Auch gehören die Berliner zu den acht Teams, die von der Fiba eine Startgarantie für drei Jahre bekamen. Allerdings muss Alba die Bundesliga mindestens auf Platz fünf abschließen. Trotzdem wollen die Berliner unbedingt Deutscher Meister werden. "Vielleicht werden die zwei Ligen ja schon im nächsten Jahr wieder neu gemischt", erklärt Baldi, "dann hilft die Startgarantie niemandem."

Klar ist jedoch, dass in dieser Saison die entscheidende Frage offen bleibt: Wer ist der beste Verein Europas? Es müsste ein Finale zwischen den beiden Ligen geben, aber dafür müsste sich das Verhältnis zwischen Fiba und Uleb bessern. Wanninger sagt: "Wir haben überhaupt kein Verhältnis."

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