Basketball : Wieder kein Ring für Nowitzki

Zum elften Mal endet Nowitzkis NBA-Saison zu früh - und ohne Meisterring. Seine Dallas Mavericks sind in der zweiten Play-off-Runde der NBA ausgeschieden.

Benedikt Voigt
Nowitzki
Klar unterlegen. Dirk Nowitzki (l.) -Foto: dpa

Berlin - Als die Spieluhr noch sechs Minuten und 35 Sekunden anzeigte, war die Saison für Dirk Nowitzki beendet. Der deutsche Basketballstar war mit seinen Dallas Mavericks auf sechs Punkte an die Denver Nuggets herangekommen, die Wurfuhr für die Gastgeber war fast abgelaufen, als Carmelo Anthony einen Dreipunktewurf aus der Drehung in den Korb zauberte. „Das war unser Genickbruch“, sagte Dirk Nowitzki. Seine Mavericks verloren 110:124 und schieden verdient mit 1:4 nach Spielen in der zweiten Play-off-Runde der NBA aus.

Damit endet für Nowitzki zum elften Mal eine NBA-Saison ohne Meisterring. „Ich bin fast 31 Jahre alt“, sagt er, „für mich war es eine weitere Gelegenheit, die jetzt vergeben ist.“ Der Frust sitzt tief in dem 2,13 Meter großen Profi. In der vergangenen Woche hat er die Verhaftung seiner Freundin verkraften müssen, die sich als eine mit zwei Haftbefehlen gesuchte Betrügerin entpuppt hat. Nun ist auch sein größtes sportliches Ziel, einmal den NBA-Titel zu gewinnen, erneut in die Ferne gerückt. Zumal die Mavericks in dieser Play-off-Runde klar unterlegen waren.

„Wenn man alles analysiert, ist Denver die bessere Mannschaft“, sagte Dallas’ Trainer Rick Carlisle. Denver dürfte auch im Finale der Western Conference gegen die Los Angeles Lakers oder die Houston Rockets (Spiel sechs nach Redaktionsschluss beendet) nicht chancenlos sein. „Diese Mannschaft kann sogar den Titel gewinnen“, sagte Jason Terry, Shooting Guard der Mavericks.

Unter dem Korb hatten die Texaner Denver nur wenig entgegenzusetzen, und in der Defensive blieb Dallas zu schwach und erlaubte dem Team um Carmelo Anthony und Chauncey Billups insgesamt 124 Punkte. „Wir waren in der gesamten Saison in der Verteidigung nicht sehr gut“, räumte Nowitzki ein. An seiner Offensivleistung lag es jedenfalls nicht, mit 34,4 Punkten war er bester Werfer der gesamten Serie. Für seine Leistung in der regulären Saison wurde er in das All-Star-Team der NBA gewählt, eine Ehre, die sonst nur noch Kobe Bryant, Dwight Howard, Dwyane Wade und LeBron James zuteil wurde. Für Nowitzki bedeutet das auch, dass er weiterhin auf dem Niveau der Superstars spielt – doch für einen Titel fehlt ihm offenbar die richtige Mannschaft.

Während sich Denver während der Saison mit dem Spielmachertausch von Allen Iverson zu Chauncey Billups entscheidend verstärkt hat, haben es die Texaner versäumt, ihre Mannschaft zu verbessern. Wichtigste Änderung war der Trainerwechsel vor der Saison. Doch das Team von Rick Carlisle kam erst gegen Saisonende besser in Schwung – ein Umstand, der dem Trainer jetzt Hoffnung macht. „Wir haben viele Fortschritte gemacht in dieser Saison, ich bin stolz auf meine Jungs“, sagte Rick Carlisle, „aber vor uns liegt noch reichlich Arbeit.“ Und personelle Veränderungen. Denn nach dem verlorenen NBA-Finale 2006 und Platz eins nach der Hauptrunde 2007 ist es für die Mavericks stetig abwärts gegangen.

Ein wenig können sich die Verantwortlichen im Deutschen Basketball-Bund über Nowitzkis Ausscheiden freuen. Nun dürften die Chancen wieder gestiegen sein, dass Nowitzki mit dem deutschen Team an der Europameisterschaft in Polen teilnimmt. Bisher hatte er das nicht geplant, doch Bundestrainer Dirk Bauermann hegt noch die Hoffnung, Nowitzki umstimmen zu können. Zumal der im Nationaltrikot stets dann am besten spielte, wenn seine NBA-Saison etwas früher geendet hatte.

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