• Basketball: Zittern in der Sauna - Nur Dirk Nowitzki überzeugt beim 86:84 der deutschen Basketballer über Lettland

Sport : Basketball: Zittern in der Sauna - Nur Dirk Nowitzki überzeugt beim 86:84 der deutschen Basketballer über Lettland

Thorsten Schabelon

Immerhin, ein Testspiel unter realistischen äußeren Europameisterschafts-Bedingungen hat der Deutsche Basketball-Bund (DBB) wirklich gut hinbekommen. 3500 Zuschauer und Temperaturen über 30 Grad sorgten beim Vorbereitungsspiel der deutschen Nationalmannschaft in der Münsteraner Halle "Berg Fidel" für stickige Luft und eine mediterrane Atmosphäre. So in etwa könnten auch die Temperaturen ab kommenden Freitag bei der Europameisterschaft in der Türkei werden. "Was ist der Weltrekord im Sauna sitzen?", fragte Bundestrainer Hendrik Dettmann, "wir hatten jetzt sechseinhalb Stunden Dauerhitze."

Ohne Klimaanlage war die deutsche Mannschaft von ihrem Test in Bremen im Bus nach Münster gefahren. Ihre Gegner aus Lettland hingegen hatten in ihrem Gefährt eine solche Anlage eingebaut. Vielleicht lag es daran, dass sich die deutsche Mannschaft beim 86:84 (35:43)-Sieg über die Balten bis in die letzte Minute hinein ärgern ließ. Lediglich ein starkes viertes Viertel und ein herausragender Dirk Nowitzki (32 Punkte) bewahrten das Team von Henrik Dettmann vor einer Blamage. Am Vortag war der Gegner aus Lettland den Deutschen noch 76:85 (34:40) unterlegen.

Tatsächlich spielten die Letten drei Viertel lang frischer und vor allem schneller als die Gastgeber. Die Deutschen, die seit Freitag mit dem 2,29 Meter großen eingebürgerten NBA-Spieler Shawn Bradley spielen, agierten gegen die mit Größenvorteilen versehenen Deutschen geduldig und warteten auf ihre Chancen für Distanzwürfe. Henrik Dettman musste das deutsche Spiel beunruhigen. Der Trainer sagte: "Manchmal sieht es aus wie Chaos." Einzig NBA-Profi Dirk Nowitzki bewies, warum ihm auf dem offiziellen Mannschaftsposter das mit Abstand größte Porträtfoto gehört. Der Flügelspieler von den Dallas Mavericks hielt mit seinen Treffern den Vorsprung der Letten bis zum 64:70 Anfang des vierten Viertels in Grenzen. Nach einem spektakulären Dunking von Dirk Nowitzki - Zuspiel von Stephen Arigbabu - kamen die Deutschen erst auf 68:70 (32.) heran, glichen in der 35. Minute zum 72:72 aus und gingen Sekunden später nach zwei Punkten - wieder von Nowitzki - erstmals seit Spielbeginn in Führung. Dabei hatte das deutsche Team sogar Glück, dass Lettlands bester Spieler, Kaspars Kambala, im vierten Viertel mit vier Fouls lange auf der Bank sitzen musste. Den Schlusspunkt setzte die deutsche Hoffnung auf der Spielmacher-Position, Mithat Demirel von Alba Berlin, der nach einem Steal zwölf Sekunden vor dem Ende und einen Freiwurf zum glücklichen Endstand verwertete.

Shawn Bradley zeigte nach seinem Debüt am Freitag abermals eine durchwachsene Leistung mit sieben Punkten, drei Rebounds und ohne Block in knapp 17 Minuten Spielzeit. Er war am Freitagmorgen aus Dallas eingeflogen und musste nach dem ersten Spiel zunächst die Namen seiner neuen Mitspieler auswendig lernen. "Ich bin immer noch müde", hatte er nach dem ersten Spiel gesagt.

Die Letten sollten durch ihre Spielweise - kleine Spieler, aber sichere Distanzschützen - Estland simulieren. Die Esten sind die ersten Gegner der Deutschen bei der Europameisterschaft. Die deutschen Basketballer fliegen nun am Mittwoch mit einer ausgeglichenen Bilanz aus den Vorbereitungsspielen - zehn Spiele, fünf Siege - in die Türkei. Bundestrainer Hendrik Dettmann gab nach dem letzten Test seine "Starting Five" und den kompletten Kader bekannt. Neben Mithat Demirel, Stefano Garris, Ademola Okulaja und Dirk Nowitzki soll Patrick Femerling am kommenden Freitag um 15.45 Uhr das erste Gruppenspiel gegen Estland bestreiten. Auf der Bank werden Robert Garrett, Marko Pesic, Drazan Tomic, Marvin Willoughby, Stephen Arigbabu, Shawn Bradley und Stipo Papic auf ihren Einsatz. Gerrit Terdenge und der angeschlagene Dennis Wucherer stehen auf Abruf bereit.

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