Sport : Basketballstars verlieren gegen Argentinien

Benedikt Voigt

Athen - Diese Bilder aus Athen kennt man bereits vom Basketballteam der USA: Aufbauspieler Allen Iverson schleicht mit gesenktem Kopf aus der Halle, Trainer Larry Brown gratuliert dem gegnerischen Coach. Gestern aber bekamen diese Bilder noch eine historische Bedeutung: Zum ersten Mal, seit die USA mit Spielern aus der nordamerikanischen Profiliga NBA bei Olympischen Spielen antreten, werden sie nicht die Goldmedaille gewinnen.

Im gestrigen Halbfinale verloren die US-Amerikaner gegen Argentinien 81:89 (38:43). Es war bereits die dritte Niederlage der USA in diesem Turnier, die gestrige aber ist die folgenreichste: Sie beendet die Chancen auf eine Goldmedaille. Die Mannschaft von Larry Brown wird heute nur noch um Bronze spielen. Nur 1988 in Seoul sind die US-Amerikaner, damals mit einer Amateurmannschaft, ebenfalls nicht in das Endspiel vorgestoßen. Die Bilanz ist sogar noch schlimmer: Die USA haben in Athen mehr Spiele verloren als in 68 Jahren zuvor.

Kurioserweise warf die US-Spieler ausgerechnet einer aus dem Turnier, den sie bestens kennen. Der argentinische Flügelspieler Emanuel Ginobili, der beim NBA-Klub San Antonio Spurs spielt, erzielte 29 Punkte. Bei den Amerikanern war Stephon Marbury noch der beste Spieler mit 18 Punkten, die beiden Stars Tim Duncan und Allen Iverson kamen nur auf jeweils zehn Punkte. In der 7. Minute hatten die Argentinier die Führung übernommen und nicht mehr hergegeben. Die US- Spieler trafen nicht mehr so gut wie noch am Vortag im Viertelfinale gegen Spanien. Nur noch 27 Prozent ihrer Dreipunktewürfe fanden den Weg in den Korb. Im dritten Viertel konnten die Argentinier ihrer Führung sogar bis auf 16 Punkte ausbauen.

Allen Iverson ist neulich auf den Namen „Dream Team“ angesprochen worden, den man seit 1992 den NBA-Spielern bei Olympischen Spielen verliehen hat. „Wir sind kein Dream Team“, hat der Aufbauspieler gesagt, „wir haben unsere eigene Identität.“ Seit gestern weiß man auch welche.

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