Sport : Basler, ungeföhnt

Manfred Amerell

erklärt, wo die Grenzen öffentlicher Kritik sind Mario Basler, offiziell Teammanager von Jahn Regensburg, hat nach dem 1:3 des Regionalligisten im DFB-Pokal gegen Alemannia Aachen massiv Schiedsrichter Schmidt angegriffen. Basler warf dem Unparteiischen vor, der habe die Rote Karte für den Regensburger Spieler Grover Gibson angekündigt. Das habe er, Basler, von Gibson erfahren. Wird Mario Basler für seine öffentlichen Angriffe bestraft, Herr Amerell?

Das muss jetzt der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes entscheiden. Wenn er der Meinung ist, man müsse den Vorwürfen nachgehen, wird in alle Richtungen ermittelt. Theoretisch kann dann Basler, der wegen fehlender Lizenz nicht mal Trainer, sondern nur Kotrainer ist, wegen seiner Angriffe durchaus bestraft werden. Wenn Basler einem Schiedsrichter etwas vorzuwerfen hat, muss der Verein eine Meldung an den Kontrollausschuss machen, das ist der normale Weg. Basler hat ja nicht einmal selber gehört, was auf dem Platz gesprochen wurde. Es ist aber auch möglich, dass sich Schiedsrichter Schmidt wehrt und Meldung macht. Schließlich geht es um seinen Ruf. Generell gilt: Es gibt keinen Freibrief für emotionale Äußerungen nach einem Spiel. Aber natürlich wird ein Interview, das direkt nach Spielende gegeben wird, anders bewertet als eines, das lange nach Abpfiff stattfindet. Für Ad-hoc-Gespräche gibt es den Begriff des „ungeföhnten Interviews“. Da sind mehr Freiräume, wenn die Wortwahl nicht ausufert.

Herthas Manager Dieter Hoeneß hingegen, der im Spiel in Koblenz nach Ende der regulären Spielzeit am Spielfeldrand Hertha-Spielmacher Marcelinho massiv kritisiert hatte, muss keine Strafe wegen Unsportlichkeit befürchten. Er hat in seiner Funktion eine Verantwortung für das Team, er hat das Recht, heftig zu kritisieren. Nur wenn er Marcelinho geohrfeigt hätte, dann würde er bestraft.

0 Kommentare

Neuester Kommentar