• Baumann greift von Richthofen an: Olympiasieger nennt den DSB-Präsidenten einen "schlechten Demokraten"

Sport : Baumann greift von Richthofen an: Olympiasieger nennt den DSB-Präsidenten einen "schlechten Demokraten"

Der vom Rechtsausschuss des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) von allen Doping-Vorwürfen freigesprochene Dieter Baumann geht in die Offensive. Besonders deutlich wurde er in einem Interview mit dem "ZDF-Sportstudio" gegenüber Manfred von Richthofen, dem Präsidenten des Deutschen Sportbundes (DSB), der erklärt hatte, dass ihm Baumanns Freispruch nicht behage. "Es ist kritisch, wenn ausgerechnet der DSB-Präsident das Urteil in Frage stellt. Ich halte ihn für einen schlechten Demokraten. Er kennt offenbar die Faktenlage nicht und sollte sich zunächst genau informieren, bevor er sich äußert."

Dieter Baumann erklärte weiter, von Richthofen habe sich an das Urteil zu halten. Es sei "ein gerechtes Urteil. Die Urteilsbegründung lässt keine Fragen offen". Auch der Weltverband IAAF habe aus seiner Sicht "keine Rechtsgrundlage, einzuschreiten und das Urteil rückgängig zu machen". Der Olympiasieger von 1992 beschuldigte zudem die Medien, in seinem Fall "gezielt polarisiert" zu haben, bevor er mit Blick auf die Olympischen Spiele abschließend versprach: "Ich bin in Sydney am Start."

Unterdessen sagte seine Ehefrau und Trainerin Isabelle Baumann der "Welt am Sonntag", dass man während der Turbulenzen in den vergangenen Wochen sogar an einen Abschied aus Deutschland gedacht habe: "Ja. Aber nicht nur aufgrund dieser Geschichte. Sie war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Aber wegen der Kinder haben wir uns dagegen entschieden. Und weil Weglaufen nie eine Lösung ist." Sie fühle sich verfolgt, das "Ganze erinnert manchmal an einen schlechten Film. Aber das ist nicht das Schlimmste. Für uns ist mehr als eine Welt zusammengebrochen." Ihnen sei "auf brutalste Weise die Schattenseite des Lebens vorgeführt worden. Das Ganze ist so wahnsinnig, so irrwitzig . Unser Leben wird niemals mehr so sein wie vorher." Sie habe sich noch nie in ihrem Leben derart machtlos und ausgeliefert gefühlt.

Baumanns Anwalt Michael Lehner hat angekündigt, vor den Olympischen Spielen keine Schadensersatz-Forderungen an den DLV zu richten. "Dieter Baumann soll sich erst einmal in Ruhe auf Sydney vorbereiten, dann sehen wir weiter", sagte der Heidelberger. Die rechtliche Aufarbeitung des Falles werde jedoch nicht ruhen, so Lehner. Man wolle ein weiteres Vorgehen jedoch auch davon abhängig machen, wie Baumann nun von den DLV-Verantwortlichen aufgenommen und behandelt werde.

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