Sport : Baumann-Urteil: "Ungleichbehandlung verschärft sich" - Reaktionen zum Freispruch

Walther Tröger (Präsident des NOK): "Eine ordnungsgemäß eingesetzte Rechtsinstanz hat nach geltenden Gesetzen Recht gesprochen. Das muss man akzeptieren."

Manfred von Richthofen (Präsident des Deutschen Sportbundes): "Ich nehme das Urteil mit Verwunderung zur Kenntnis. Die Auswirkungen auf den gesamten Sport sind noch nicht abzusehen."

Prof. R. Klaus Müller (Leiter des IOC-Doping-Labors in Kreischa): "Diese Entscheidung ist unbegründet. Es gibt inkompetente Leute, die dieses Urteil billigen. Und es gibt Leute, die dieses Urteil ablehnen. Eine Haaranalyse kann nichts beweisen."

Hermann Winkler (Präsident des Landessportbundes Sachsen): "Die Ungleichbehandlung verschärft sich durch das Urteil. Bei anderen Sportlern sind ähnliche Beweisverfahren nicht verwendet worden. Die Verantwortlichen sind selbst Schuld, wenn der Ost-West-Konflikt jetzt wieder diskutiert wird."

Astrid Kumbernuss (Kugelstoß-Weltmeisterin): "Ich habe immer an die Unschuld von Dieter Baumann geglaubt. Wenn alles seine Richtigkeit hat, freue ich mich für ihn. Dieses Urteil ist eine ziemliche Kehrtwendung."

Edwin Zimmermann (Präsident des Landessportbundes Brandenburg): "Ich bin erschüttert und sprachlos. Das ist eine Bankrotterklärung für alle bisherigen Verfahren, denn nach wie vor sind die belastenden Proben durch nichts, auch keine Zahnpastamafia, entkräftet worden."

Katrin Krabbe-Zimmermann (Doppel-Weltmeisterin von 1991, wegen Medikamentenmissbrauchs verurteilt und noch immer im Entschädigungs-Prozess gegen IAAF): "Ich will mich mit meiner subjektiven Meinung nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Dazu muss man mehr wissen."

Stephane Franke (EM-Dritter 10 000 m): "Es ist schwierig sich zu äußern, ohne Einblick zu haben. Ich weiß, wie es ist, wenn man des Dopings verdächtigt wird."

Heike Drechsler (Olympiasiegerin im Weitsprung): "Wenn Dieter Baumann unschuldig ist und das im Urteil begründet wird, dann ist die Aufhebung der Suspendierung sein Recht. Auch vor ordentlichen Gerichten gilt im Zweifel für den Angeklagten."

Harald Schmid (mehrfacher Hürden-Europameister): "Ich kann die Ansatzpunkte für die Entscheidung des DLV nicht nachvollziehen, deswegen fällt mir eine Kommentierung auch sehr schwer."

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